Kreditvergabe an Häuslebauer wird wohl erleichtert

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Häuslebauer können sich auf eine erleichterte Kreditvergabe einstellen. Der Bundesrat bestätigte am Freitag im Wesentlichen einen Vorschlag der Bundesregierung, wonach ein seit knapp einem Jahr gültiges Gesetz abgeändert werden soll. Besagtes Gesetz sollte eine Immobilienblase verhindern, war aus Sicht von Kritikern aber über das Ziel hinausgeschossen - sie befürchteten eine Kreditklemme für Rentner und junge Familien. Solche Bedenken hatte auch Baden-Württembergs Landesregierung, die sich zusammen mit Hessen und Bayern für eine Änderung des Bundesgesetzes einsetzte.

Die Länderkammer votierte in ihrer Stellungnahme nun dafür, die strittigen Gesetzespassagen zu ändern und die Kreditvergabe somit wieder zu erleichtern. Finanzministerin Edith Sitzmann (Grüne) zeigte sich entsprechend zufrieden. Das seien „gute Nachrichten für die Häuslebauer und alle, die ihr Eigenheim sanieren wollen“. Die Gesetzesänderung werde höchste Zeit, so die Grünen-Politikerin. „Vor allem junge Familien, ältere Menschen und Selbstständige mit schwankendem Einkommen hatten zuletzt erhebliche Schwierigkeiten, einen Kredit zu bekommen.“ Der Bundestag und abermals der Bundesrat müssen noch zustimmen, damit das Gesetz endgültig geändert wird.

Einige Sparkassen und Volksbanken vergaben wegen des Gesetzes weniger Wohnimmobilien-Kredite, weil sie Darlehensanträge strenger als zuvor bewerten mussten. So durften Kredite nur gewährt werden, wenn die laufenden Einnahmen eines Kunden zur Rückzahlung reichten. Zudem durfte der Wert des Hauses nicht wie zuvor als Sicherheit eingerechnet werden. Dadurch hatten Rentner und junge Familien im Kreditvergabe-Prozedere einen schweren Stand. Solche Hindernisse sollen durch die noch laufende Gesetzesänderung aus dem Weg geräumt werden.

Nicht nur bei Politikern glätten sich inzwischen Sorgenfalten, sondern auch bei Bankern. Baden-Württembergs Sparkassenverband legte am Freitag Zahlen vor, denen zufolge die Talfahrt bei der Häuslebauer-Kreditvergabe vorbei ist. Nachdem die Finanzinstitute im zweiten und dritten Quartal 2016 noch zweistellige Minuswerte im Vergleich zu den Vorjahreszeiträumen verbucht hatten, legte das Volumen neuer Wohnimmobilien-Kredite in den letzten drei Monaten 2016 leicht zu - und zwar um ein Prozent. Auf das Gesamtjahr 2016 gerechnet lag das Minus bei sieben Prozent auf 8,9 Milliarden Euro.

Und warum geht es schon jetzt aufwärts, obgleich die alten, vermeintlich zu strengen Kreditregeln noch in Kraft sind? Die erwartbare Verabschiedung der neuen, besseren Regeln dürfte eine Rolle gespielt haben, sagte ein Sprecher des Sparkassenverbandes.

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