Wenig Nachwuchssorgen bei Laienchören

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Ein Chor singt. Foto: Christian Charisius/Archiv

Der Trend zum Singen ist offenbar zeitlos: Amateurchöre in Deutschland haben aus Sicht der Bundesvereinigung Deutscher Chorverbände nur wenige Nachwuchssorgen. In der gesamten Bundesrepublik musizierten nach aktuellen Schätzungen rund 14 Millionen Menschen, sagte der Generalsekretär des Vereins, Niklas Dörr, am Freitag bei der Programmvorstellung der Chor- und Orchestertage in Konstanz am Bodensee. Zwar hätten die Zahlen über die Jahre leicht abgenommen, aber nicht in dramatischen Ausmaß: „Singen war schon immer und wird auch immer sein“, sagte Dörr.

Allerdings sei die Szene der Amateurmusiker durchaus im Wandel. „Es läuft immer weniger in tradierten Mustern ab: Am Dienstagabend ist Chorprobe, da gehe ich hin, es wird ein halbes Jahr geprobt und dann gibt es ein Konzert“, sagt Dörr. „Wir erleben beispielsweise eine Entwicklung hin zu Projektchören. Offenbar gibt es immer weniger die Idee, sich festzulegen.“ Dabei werde gesagt: „An diesem Tag ist das Konzert, die Proben werden entsprechend rückwärts definiert und wenn man an denen teilnehmen kann, kann man bei dem Projekt mitmachen.“ Diese Entwicklung beobachte er vor allem im urbanen Bereich. „Auf dem Land gibt es schon eher dieses Muster, dass die soziale Bindung stärker ist“, sagte Dörr.

Was allerdings in der Amateurmusikszene durchaus ein Problem sei: Es werde schwieriger, an Proberäume zu kommen, zudem gebe es weniger Menschen, die die Musikchöre- oder Gruppen anleiteten. „Da würden wir uns wünschen, dass mehr Unterstützung geleistet wird, um diese kulturelle Basisarbeit machen zu können“, sagte Dörr. Denn durch die Breitenarbeit würden auch „Geschmack und Idee und Publikum“ für die Hochkultur herangezogen.

Die Szene der nicht-professionellen Musiker trifft sich einmal jährlich zu den Tagen der Chor- und Orchestermusik. In diesem Jahr ist Konstanz Gastgeber der Veranstaltung vom 24. März bis zum 26. März. Mehr als 1000 Mitwirkende werden zu dem dreitägigen Festival am Bodensee erwartet, die Veranstalter gehen zudem von rund 7000 Besuchern aus. Mit der Zelter-Plakette für Chöre und der Pro-Musica-Plakette für Orchester würden am Sonntag (26. März) zudem die höchsten Auszeichnungen der Laienmusik vergeben, wie Dörr sagte.

Die Stadt Konstanz feiert derzeit auch über mehrere Jahre hinweg das Konziljubiläum - die kirchliche Versammlung hatte von 1414 bis 1418 in der damaligen Bistumsstadt getagt. Laut alten Chroniken seien auch damals bereits rund 1700 Spielleute in Konstanz unterwegs gewesen, hieß es bei den Organisatoren.

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