Warum raste der Lastwagen auf die Gegenfahrbahn?

Der Unfall mit vier Todesopfern auf der Autobahn bei Öhringen gibt weiter Rätsel auf. Spezialisten versuchen herauszufinden, warum ein Lastwagen über die Leitplanken auf die Gegenseite geraten ist.

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Löschschaum und ausgebrannte Fahrzeugreste auf der A 6 bei Öhringen nach dem tödlichen Unfall. Die Ermittler haben nun den Fahrer des Lastwagens, der in den Unfall verwickelt war und überlebt hat, vernommen. Foto: Oliver Färber

Die letzten Spuren sind gesichert, die Ermittlungen der Polizei dauern an. Doch auch gestern war noch völlig unklar, warum auf der Autobahn 6 bei Öhringen (Hohenlohekreis) ein 43-jähriger Vater und seine drei Kinder im Alter von sieben, elf und 13 Jahren sterben mussten. Wichtige Erkenntnisse werden von einem Gutachter erwartet, sagte ein Sprecher der Polizei. Der aus Polen stammende, gleichfalls 43 Jahre alte Fahrer eines Sattelschleppers, der am Samstag auf die Gegenfahrbahn geraten ist, war gestern trotz seiner schweren Verletzungen ansprechbar. Wie er sich zum Unfallhergang geäußert hat, gab die Staatsanwaltschaft Heilbronn nicht bekannt.

Das Auto einer Familie aus dem Landkreis Karlsruhe war mit dem umgestürzten Auflieger kollidiert und allem Anschein nach sofort in Flammen aufgegangen. Der Fahrer hatte keine Chance zum Ausweichen. Er, seine beiden Söhne und die Tochter auf der Rückbank verbrannten in dem Toyota. Seine Frau (41) konnte sich mit Hilfe von Rettern schwer verletzt aus dem Wrack befreien.

Zum Ablauf jenes Unfalls auf der Autobahn5 zwischen Rastatt und Baden-Baden, bei dem eine Woche zuvor gleichfalls vier Familienmitglieder tödlich verletzt worden sind, können die Ermittler nach Obduktionen, Vernehmungen und der Auswertung Genaueres sagen. Vater, Mutter und zwei Kinder aus dem Raum Stuttgart waren von einem Auto erfasst worden, nachdem ihr eigenes Fahrzeug nach einem Auffahrunfall auf dem mittleren Fahrstreifen liegen geblieben war. Die Familie konnte sich nicht mehr in Sicherheit bringen. Ein Audi habe die Personengruppe "vermutlich mit hoher Geschwindigkeit" erfasst, teilten Staatsanwaltschaft und Polizei mit. Die Wucht des Aufpralls auf den havarierten Renault Laguna sei so stark gewesen, dass das Auto in zwei Teile zerrissen worden sei. Der Vater und die beiden Kinder seien sofort tot gewesen, die Frau sei auf den Standstreifen gegenüber geschleudert worden und dort ihren Verletzungen erlegen. Der Audifahrer wurde leicht verletzt und nach ambulanter Behandlung aus der Klinik entlassen.

Dass ein Lastzug an dem Unfall beteiligt gewesen sein könnte, wie zunächst angenommen, hat sich nicht bestätigt. Zur Klärung letzter Details bittet das Autobahnpolizeirevier in Bühl um weitere Beobachtungen von Augenzeugen.

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