Walsers „Ehen in Philippsburg“ in Stuttgart uraufgeführt

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Verena Wilhelm und Felix Klare proben das neue Stück "Ehen in Philippsburg". Foto: Bernd Weissbrod

Zwei Wochen vor dem 90. Geburtstag des Schriftstellers Martin Walser hat das Schauspiel Stuttgart seinen ersten Roman „Ehen in Philippsburg“ uraufgeführt. Regisseur Stephan Kimmig brachte die Geschichte um eine von Verlogenheit und ehelichen Betrügereien durchsetzte Gesellschaft der Wirtschaftswunderjahre am Samstag zur Freude von Walser-Fans in einer fast vierstündigen Fassung auf die Bühne. Der Schriftsteller hatte in den 1950er Jahren selbst in Stuttgart als Journalist gelebt - und seine Beobachtungen und Erlebnisse in seinem Romandebüt von 1957 verarbeitet.

Im Zentrum steht der Journalist Hans Beumann, der aus kleinen Verhältnissen stammt und in die feine Gesellschaft aufsteigt. Schauspieler Matti Krause meisterte den Marathon aus langen Monologen mit bester Kondition. Das Publikum war mit dem Ensemble, darunter auch der aus dem Fernsehen als „Tatort“-Kommissar bekannte Schauspieler Felix Klare in der Rolle des Frauenarztes Dr. Alf Benrath, überaus zufrieden.

Walser, der am 24. März 90 Jahre alt wird, kam selbst nicht zur Premiere. Er will sich aber nach Auskunft des Theaters erst später eine Vorstellung ansehen. Im Theatergebäude öffnete zudem eine Ausstellung über die Entstehungsgeschichte des Romans. Walser kämpfte damals bei Verleger Peter Suhrkamp darum, dass eine drastische Abtreibungsszene nicht gestrichen wird - mit Erfolg.

Uraufführung "Ehen in Philippsburg"

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