Von Strenge keine Spur

Rund 6500 Blechbläser haben sich am Wochenende in Ulm zum Landesposaunentag getroffen. Die Innenstadt verwandelte sich in ein Klangmeer.

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Abschluss des alle zwei Jahre stattfindenden Landesposaunentages: Tausende Blechbläser spielten gestern vor dem Ulmer Münster.   Foto: 

Hilfe benötigten die 6500 Bläser gestern Abend bei der Schlussfeier des Landesposaunentags auf dem vollen Ulmer Münsterplatz nicht. Sie erledigten ihren Job souverän und begeisterten die Zuhörer mit Spiel und dem richtigen Timing. Auch die Veranstalter waren zufrieden ohne Wenn und Aber: „Alles hat gepasst“, sagte Eberhard Fuhr. „Wir haben uns gefreut über die große Gastfreundschaft und die gute Atmosphäre und kommen gerne in zwei Jahren wieder.“

 Neben 13 Gottesdiensten und 14 Freiluftkonzerten gab es Bläser-Workshops, eine Jugendveranstaltung auf dem Kornhausplatz, ein Jungbläserfestival in der Donauhalle und ein von Bläserklängen gefülltes Ulmer Münster. Motto der diesjährigen Veranstaltung war „Ich will dich trösten“, wie das Evangelische Jugendwerk in Württemberg (ejw) mitteilte. „Ich bin sehr zufrieden mit dem Verlauf der Veranstaltung und auch sehr dankbar für das Wetter – wir konnten alles so machen wie geplant“, sagte ejw-Leiter Gottfried Heinzmann gestern.

Bläsergruppen spielten auch auf Parkplätzen und in Einkaufszentren. Im Ulmer Münster predigte Landesbischof Frank Otfried July. Der Landesposaunentag ist das zentrale Treffen der Musiker in der evangelischen württembergischen Landeskirche.

Alles hat gepasst, selbst das samstägliche Vorprogramm. Die Losung hieß „Meet’n’Brass“ und die Musik war vor allem auf jüngere Teilnehmer zugeschnitten. „Seid ihr happy?“ schallte es von der Bühne auf dem Kornhausplatz. „Ja!“ – „Das ist cool, ich nämlich auch“. Von pietistischer Strenge also keine Spur. Die Noten zur Stimmungslage hatte der Dirigent griffbereit: „Wir schlagen die Seite 196 auf und spielen den Gospel ‚Oh Happy Day’.“

  Dass der Himmel beim Landesposaunentag weitestgehend nicht geweint hat, lag möglicherweise auch am guten Draht des Landesbischofs zu höheren Mächten. Aufziehende Wolken im Blick hatte Frank Otfried July ein Stoßgebet gen Himmel gerichtet und siehe da – die Sonne zeigte sich wieder, was der Bischof bei aller Bescheidenheit augenzwinkernd auf seinen Einsatz zurückführte: „Ich habe gedacht: Es funktioniert doch noch!“

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