Land am Rand: Von Schurken und Helden

Ein Forscherteam der Universität Stuttgart hat akribisch erforscht, wie ein Bösewicht aussieht. Hier die Ergebnisse.

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Szene aus dem Film Mephisto, mit Klaus Maria Brandauer.  Foto: 

Wie ein typisch männlicher Bösewicht aussieht? Er trägt dichte Augenbrauen und hat einen kräftigen Kiefer. Klar. Der weibliche Bösewicht? Ist an markanten Wangenknochen und dick aufgetragenem Lippenstift zu erkennen. Das sind weder alberne Zuschreibungen noch Vorurteile. Das ist Wissenschaft. Denn wie ein Bösewicht aussieht, hat jetzt ein Forscherteam der Universität Stuttgart um die Professoren Albrecht Schmidt und Niels Henze im Transregionalen Sonderforschungsbereich SFB-TRR 161 „Quantitative Methoden für Visual Comptung“ akribisch  untersucht. Dabei geht es zwar nur um virtuelle Figuren, aber wenn die Computerkinder von heute mal groß sind, wissen sie ohnehin nichts mehr von menschlichen Begegnungen in der realen Welt.

Die Wissenschaftler erkundeten, wie Menschen virtuelle Gesichter empfinden. Dazu haben sie ihren Probanden virtuelle Gesichter gezeigt und die Gehirnströme gemessen.  Der Hintergrund: Digitale Figuren lassen sich mit der immer schnelleren Computertechnik immer detailgetreuer gestalten. Die Kunstfiguren sollen aber so ankommen, wie gewünscht. Die Guten sympathisch, böse Gestalten dagegen unsympathisch. Im zweiten Fall also dichte Augenbrauen und dicken Lippenstrich, siehe oben. Denn, so das Ergebnis der Stuttgarter Forscher: Menschen haben eine genaue Vorstellung davon, wie Held und Schurken aussehen. Wenigstens in der digitalen Welt. In der realen Welt gilt dagegen vorerst eine alte Weisheit weiter: Ausnahmen  bestätigen die Regel.

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