Vermisster Junge im Baggersee ertrunken

Der 16-jährige Junge, der seit Sonntagfrüh vermisst wurde, ist in einem Baggersee bei Biberach ertrunken. Die Polizei geht von einem Unglück aus. Über 200 Rettungskräfte hatten nach dem Jungen gesucht.

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Zu einer Geburtstagsparty hat sich der 16-Jährige am Samstagabend mit seinem Freund auf nach Schemmerhofen (Kreis Biberach) gemacht, die Jungen gingen die mehrere Kilometer lange Strecke zu Fuß. Da er Sonntagfrüh nicht wieder zu Hause in Attenweiler war, suchten seine Eltern nach ihm, erfolglos. Daraufhin meldeten sie ihren Sohn als vermisst.

Rund 200 Rettungskräfte mit Spürhunden begannen am Sonntagnachmittag mit der Suche in den Straßen, Wegen und Waldgebieten zwischen Schemmerhofen und Attenweiler, bis 1.30 Uhr in der Nacht. Die Hoffnung war, dass er sich „aus dem Staub gemacht oder versteckt hatte“, sagt der Biberacher Polizeisprecher Helmut Stuhler. Mit Verstärkung aus benachbarten Landkreisen ging die Suche am Montag weiter, zu Hilfe kamen Polizeihubschrauber und Rettungstaucher.

Bei Alberweiler, rund zwei Kilometer von Schemmerhofen entfernt, war der 16-Jährige am Sonntag in den frühen Morgenstunden zuletzt gesehen worden. Er hatte nach der Geburtstagsparty mit seinem Freund gegen zwei Uhr noch ein weiteres Fest in Schemmerhofen besucht, die katholische Landjugend feierte im Anna-Haus bei der Wallfahrtskirche. Er sei angetrunken und aggressiv gewesen, sagt Pater Alfred Tönnies auf Anfrage. Das hätten die anderen Jugendlichen erzählt. Den beiden sei angeboten worden, dort zu übernachten. Das lehnten sie ab. Gegen vier Uhr sei er schließlich vor die Tür gesetzt worden, sein gleichaltriger Freund machte sich mit ihm zu Fuß auf den Nachhauseweg. Die zwei gingen entlang der Landesstraße Richtung Alberweiler. Kurz vor dem Ort gerieten die betrunkenen Jugendlichen in Streit. Der 16-Jährige habe umgedreht, erklärt die Polizei. Er wollte wohl wieder zurück zur Party. Sein Kumpel habe noch im Anna-Haus angerufen und darum gebeten, ihm Bescheid zu sagen, sobald der andere da sei, erzählt Pater Alfred.

Doch er kam nie an. Rettungstaucher fanden den 16-Jährigen am Montag gegen 17.30 Uhr tot in einem kleinen Baggersee eines Kieswerks nördlich von Alberweiler. Er habe unweit des Ufers in einer Tiefe von rund fünf Metern gelegen, sagt Ralf Storf vom Technischen Hilfswerk Ehingen, das mit 14 Helfern im Einsatz war. Der 16-Jährige ist ertrunken, die Polizei geht von einem Unglück aus. Es habe keine Spuren von Gewalt gegeben. Polizei und Notfallseelsorger standen vor Ort den verzweifelten Eltern zur Seite.

Der Tod des 16-Jährigen habe die Jugendlichen schwer getroffen, sagt Pater Alfred. Viele hätten am Montagabend auf Facebook bei ihm Rat gesucht. „Sie fragen sich, was sie denn bloß falsch gemacht haben?“

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Kommentare

04.12.2012 19:20 Uhr

Schlimm und tragisch

Aber wie kann es sein, dass ein Jugendlicher nachts um 2 Uhr betrunken auf einer weiteren Veranstaltung auftaucht? Und wieso feiert die katholische Landjugend nachts um 2 Uhr noch eine Party, an der vermutlich ebenfalls viele Minderjährige (Landjugend?) teilnehmen?
Ist das Jugendschutzgesetz nur ein schlechter Witz und ist es völlig okay, dass Minderjährige nachts um 4 betrunken unterwegs sind?
Vermutlich ja....
Hier solten sich nicht nur die Jugendlichen fragen, was sie falsch gemacht haben.

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