Verhaltensforschung im Zoo: Smarte Affen und clevere Vögel

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Vanessa Schmitt zeigt den Affen Bilder auf dem Tablet.  Foto: 

Am Computer ist der 22 Jahre alte Ujian kaum zu stoppen. Aber es ist nicht nur der Spieltrieb, wenn der beeindruckende Orang-Utan begeistert die Bildchen auf dem Touchpad drückt. „Das liegt natürlich auch an den Süßigkeiten, die das Gerät ausspuckt, wenn Ujian auf die richtigen Symbole drückt“, sagt Vanessa Schmitt und lacht.

Die 34 Jahre alte Biologin erforscht im Heidelberger Zoo das Verhalten und die Wahrnehmungsfähigkeit von Tieren. Der Zoo in der Universitätsstadt soll dank moderner Computertechnik zu einem Kognitions-Zentrum werden, sagt Stiftungs-Geschäftsführerin Beate Spiegel.

Ähnlich wie in Heidelberg beobachten auch Wissenschaftler an anderen Zoos Affen dabei, wie sie sich in ihrer Umgebung verhalten und wie sie Aufgaben lösen, die ihnen gestellt werden. „Viele Fragestellungen lassen sich nur an Tieren untersuchen, die in Menschenobhut leben“, sagt Vanessa Schmitt.

Wohin aber führt uns das Wissen, dass beispielsweise Affen oder Vögel so gut entwickelte Gehirne haben, dass sie Objekte und Mengen unterscheiden können? Dass sie kombinieren und einordnen können? „Ein Ziel ist es, die Evolution der menschlichen Intelligenz zu verstehen. Dazu ist die vergleichende Perspektive unabdingbar“, sagt Julia Fischer. Bei der Professorin in Göttingen hat Vanessa Schmitt promoviert.

Um zu testen, wie lernfähig verschiedene Tierarten sind, setzt die junge Wissenschaftlerin in Heidelberg Touchscreen-Computer ein. An den Kästen, die mit ihren Metallrahmen und Gittern vor dem Bildschirm ziemlich klobig wirken, lösen die Tiere knifflige Denkaufgaben. Ein Futterspender ist durch eine elektronische Steuereinheit mit dem Computer verbunden. Wenn Ujian mit seiner Hand das gewünschte Symbol berührt, kullert ein kleines Kügelchen mit Apfel-Geschmack aus dem Spender.

Neben den Affen zeigen Rabenvögel und Papageien kognitive Begabungen. So können Vögel mit ihren Schnäbeln den speziellen Touchscreen bedienen. „Sie stehen vielen Affen in ihren Fähigkeiten in nichts nach“, sagt die Forscherin. Das gilt auch beim Gebrauch eines Werkzeugs.

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