Vater des Amokläufers von Winnenden muss zahlen

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Ein Holzkreuz steht vor der Albertville Realschule in Winnenden. Foto: Bernd Weißbrod/Archiv

Der Rechtsstreit zwischen der Unfallkasse Baden-Württemberg und dem Vater des Amokläufers von Winnenden ist beigelegt. Der Vater von Tim K. erklärte sich bereit, 500 000 Euro für einen Teil der Behandlungskosten von Opfern und Hinterbliebenen der Tat zu zahlen, wie ein Sprecher der Unfallkasse am Freitag in Stuttgart mitteilte. Mit dem außergerichtlichen Vergleich seien dann alle Ansprüche für die Heilbehandlung und Therapien von betroffenen Lehrern und Schülern abgegolten.

Der Vater habe aber darauf hingewiesen, dass er im Moment kein Geld habe. Die Unfallkasse sei aber trotzdem auf den Vergleich eingegangen, um einen vollstreckbaren Titel zu besitzen, sagte deren Sprecher weiter. „Dann haben wir etwas in der Hand, wenn der Mann doch zu Geld kommt.“ Bislang seien der Unfallkasse rund 700 000 Euro an Kosten entstanden - für Rentenzahlungen und Ausgaben für die psychologische Betreuung. Zunächst hatten der SWR und die „Südwest Presse“ über das Thema berichtet.

Das Landgericht Stuttgart hatte den Vater bereits 2015 zur Zahlung verurteilt. Damals wurde aber die Summe zunächst nicht festgelegt. Der 17-jährige Tim K. hatte im Jahr 2009 an seiner ehemaligen Schule in Winnenden und auf der Flucht in Wendlingen 15 Menschen und sich selbst erschossen. Die Tatwaffe hatte der Vater, ein passionierter Sportschütze, unverschlossen im Schlafzimmer aufbewahrt. Er ist deswegen zu einer 18-monatigen Bewährungsstrafe verurteilt worden.

Unfallkasse Baden-Württemberg

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