Verdacht auf Drogenhandel: Polizei nimmt Kollegen fest

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Die Polizei hat in Baden-Württemberg mehrere mutmaßliche Drogendealer verhaftet.  Foto: 

Der Mannschaftsbus der Polizei stoppt vor der Fichtenberger Feuerwache. Die Einsatzkräfte steigen aus, streifen sich ihre Schutzwesten über und greifen nach den Waffen. Einen Moment später dringen sie in der 2900 Einwohner zählenden Gemeinde im Kreis Schwäbisch Hall in ein Haus ein. Die Beamten finden dort unter anderem Bargeld, das aus Drogengeschäften stammen soll. Ein Tatverdächtiger wird verhaftet. Viele im Ort wissen, dass er eine längere Karriere als Dealer hinter sich hat und bisher auch der eigenen Ware nicht abgeneigt war.

Gleichzeitig wird in einem Teilort von Fichtenberg ein anderer Deutscher verhaftet. Zusammen mit zwei jungen Türken aus der Kochertalgemeinde Sulzbach-Laufen und zwei mazedonischen Brüdern aus einem Teilort von Gaildorf wird auch gegen ihn wegen des Verdachts auf Drogenhandel im großen Stil ermittelt.

Mit diesem Vorwurf sieht sich auch ein Polizeibeamter aus Gaildorf konfrontiert. Der junge Mann, der seinen Dienst bisher im Rems-Murr-Kreis verrichtete, kam ebenfalls hinter Gitter. Er wurde von seinen Kollegen vor einem Gaildorfer Supermarkt festgenommen.

In Schwäbisch Hall bestätigt Oberstaatsanwalt Peter Bracharz die Festnahme des Polizisten und die Beschuldigung, dass auch er mit verbotenen Substanzen gehandelt haben soll.

In Untersuchungshaft

Der Polizeibeamte sitzt mit den anderen festgenommenen Männern im Alter zwischen 26 und 43 Jahren jetzt in Untersuchungshaft. Die Beschuldigten wurden auf verschiedene Gefängnisse in Baden-Württemberg verteilt. Nach Angaben des Oberstaatsanwalts Peter Bracharz gestalten sich die Ermittlungen äußerst umfangreich und bringen die Experten von Polizei und Staatsanwaltschaft an ihre Kapazitätsgrenze. Dennoch möchte die Staatsanwaltschaft innerhalb der nächsten sechs Monate Anklage erheben und jeden Einzelnen vor den Strafrichter bringen.

Schon mehrere Wochen vor dem koordinierten und präzisen Zugriff der Polizei am 19. November haben die Ermittler ihre Zielpersonen beobachtet. Sie hatten den Verdacht, dass im Ausland Rauschgift beschafft und in den Raum Schwäbisch Hall transportiert wird. Dort sollte es weiterverkauft werden. Vom Volumen her ging die Polizei von „gewerbsmäßigen“ Mengen aus.

Auch auf einem Autohof im Kreis Heidenheim erfolgte ein Zugriff der Polizei. In einem Kurierfahrzeug, das von einem 32 Jahre alten Mann aus Nordrhein-Westfalen gelenkt wurde, entdeckten die Ermittler elf Kilogramm Kokain, Amphetamin und Cannabisprodukte. Zudem wurden 3000 Euro Bargeld beschlagnahmt.

Leben in Luxus

Vielen Tatverdächtigen gemeinsam war ein deutlich übertriebener Lebensstil. Die von ihnen benutzten Fahrzeuge, darunter auch sehr teure Mercedes AMG-Versionen, gehörten in Gaildorf zum Stadtbild. Zudem errichteten die Beschuldigten Häuser, die beispielsweise kaum zum Einkommen eines Vorarbeiters in einem Metallbetrieb passen können. In den kleinen Gemeinden keimte der Verdacht auf, dass hier etwas nicht stimmt. Viele kennen die Festgenommenen aus dem öffentlichen Leben. Die Ermittlungen dauern an. Die sechs Männer und der Polizeibeamte müssen mit langjährigen Haftstrafen rechnen.

Teure Autos und zum Teil auch Prachtbauten waren die Markenzeichen der verhafteten Männer aus Gaildorf, Sulzbach-Laufen und Fichtenberg. Die Rauschgiftermittlungsgruppen Crailsheim und Ellwangen hatten die Tatverdächtigen lange beobachtet. Am 19. November erfolgte der Zugriff. Zum Ende des Tages saßen sechs Männer im Alter zwischen 26 und 43 Jahren in Untersuchungshaft. Kurz darauf wurde ein junger Polizeibeamter festgenommen. Er soll ebenfalls mit Drogen gehandelt haben.

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