Unwetter im Südwesten hat Millionenschaden angerichtet

Das heftige Unwetter im Südwesten hat nach ersten Schätzungen einer Versicherung Schäden in Höhe von 100 Millionen Euro verursacht. Am frühen Montagmorgen begannen die Rettungskräfte mit den Aufräumarbeiten.

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Das Unwetter vom Sonntag hat allein im Kreis Tübingen und der Stadt Reutlingen Schäden in Millionenhöhe verursacht. Im gesamten Südwesten hat es nach ersten Einschätzungen der SV Sparkassenversicherung einen Schaden in Höhe von etwa 100 Millionen Euro angerichtet. Der Versicherer geht nach Angaben vom Montag unter anderem von Schäden an 25.000 Gebäuden aus.

Am frühen Montagmorgen begannen die Rettungskräfte mit den Aufräumarbeiten. Das Regierungspräsidium in Karlsruhe forderte für Reutlingen Unterstützung von der Feuerwehr Pforzheim an. Sie soll dort bis in den Abend helfen. Viele Gehwege seien noch immer mit Ästen und teils auch Dachziegeln übersät, sagte eine Sprecherin am Montag. Beim Unwetter wurden zahlreiche Dächer und Fensterscheiben zerstört, mehrere Menschen wurden verletzt. Auch in den Landkreisen Esslingen und Göppingen waren die Helfer im Dauereinsatz. In Kirchheim nutzte ein Dieb Hagelschäden an der Frontscheibe eines Auto aus und nahm das Autoradio mit.

Heftige Unwetter mit zum Teil tennisballgroßen Hagelkörnern hatten am Sonntagnachmittag im Südwesten gewütet. Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) war vor allem der Großraum Stuttgart betroffen. In Sekundenschnelle braute sich etwa in Tübingen ein Hagelsturm zusammen. Hagelkörner kamen wie Geschosse vom Himmel herab, Passanten suchten hastig nach einem Unterstand. Innerhalb kürzester Zeit waren ganze Straßenzüge unter Wasser gesetzt, in Hauseingängen standen Hagel und Eis mehrere Zentimeter hoch. Auch in der Landeshauptstadt Stuttgart fiel bei nahezu dunklem Himmel zeitweise heftiger Regen.
 
In einem Reutlinger Krankenhaus zerbarsten im heftigen Hagel mehr als 50 Fensterscheiben, wie die Stadt am Abend mitteilte. Hunderte Feuerwehreinsätze waren den Angaben zufolge angefordert. Die Polizei in Reutlingen registrierte innerhalb von drei Stunden 470 Notrufe. Mehrere Besucher eines Freibades wurden von Hagelkörnern verletzt. In Metzingen wurde den Angaben zufolge ein Mann von einem herabfallenden Dachziegel und ein Kind von einem großen Hagelkorn am Kopf getroffen.
 
Auch in den Landkreisen Esslingen und Göppingen war die Feuerwehr wegen der schweren Unwetter pausenlos im Einsatz, wie die Polizei mitteilte. Vollgelaufene Keller, kaputte Dächer, eingeschlagene Dachfenster und Schäden an Autos waren die Bilanz nach Hagel- und Regenschauern.
 
In Ulm und dem Alb-Donau-Kreis berichteten Polizei und Feuerwehr am frühen Abend nur von geringen Schäden wie abgerissenen Ästen. Dort hatte es nicht gehagelt, sondern gewittert und gestürmt. Auch eine Nachfrage bei der Autobahnpolizei ergab: keine Unfälle aufgrund des extremen Wetterumschwungs. In Ehingen löste der starke Wind gegen 19 Uhr einen Feuerwehreinsatz aus: Vom Hohen Haus hatten sich einige Dachplatten gelöst. Um größere Schäden zu verhindern, behob die Feuerwehr mit Hilfe einer Drehleiter den Schaden.

Im Nachbarbundesland Bayern gab es auch starken Regen, kräftige Windbögen und streckenweise Hagelschauer. Größere Schäden gab es im Landkreis Neu-Ulm offenbar jedoch nicht. Die Polizei Weißenhorn meldete am Sonntagabend einen Baum, der auf ein Auto gestürzt ist, anderswo wurden Bauzäune umgeweht. Im Landkreis Günzburg verletzte ein umstürzender Baum Personen, die gerade in ein Auto einsteigen wollten.
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