Unionspolitiker loben Kretschmann: "Versteht sein Handwerk"

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Winfried Kretschmann erhält viel Lob von der CDU und CSU. Foto: Klaus-Dietmar Gabbert/Archiv

CDU-Landtagsfraktionschef Guido Wolf gerät nach dem desolaten Ergebnis seiner Partei bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg zunehmend unter Druck. Es mehren sich Stimmen, die seinen Rücktritt fordern. Der CDU-Spitzenkandidat sei "verbrannt", sagte etwa der Kreisverbandsvorsitzende des Neckar-Odenwalds, Ehrenfried Scheuermann, den "Stuttgarter Nachrichten" (Samstag). "Da geht nichts mehr, deshalb muss er jetzt die Konsequenzen ziehen und zurücktreten." Für 54-jährigen Wolf selbst ist das keine Option.

Der CDU-Bundestagsabgeordnete Kai Whittaker sagte den "Badischen Neusten Nachrichten" (Samstag), er habe sich für Wolfs Auftritt "geschämt". "Ich hätte mir am Wahlsonntag gewünscht, dass man nicht nur von Demut spricht, sondern sie auch lebt", sagte der Politiker. Die Frauenunion verlangte, die CDU müsse aufhören, personell einfach "so weiterzumachen wie bisher". Bei einer möglichen Regierungsbeteiligung müssten das höchste von der CDU zu besetzende Amt einer Frau anvertraut sowie 50 Prozent der Regierungsämter mit Frauen besetzt werden.

Die Junge Union Nordbaden teilte mit: "Für die CDU im Land muss jetzt ein neues Zeitalter beginnen. Ein Neuanfang geht für die CDU Baden-Württemberg aber nur ohne Guido Wolf." Dass er an seinem Amt klammere, lasse mangelndes Einfühlungsvermögen für die schwierige Situation der Partei erkennen. Die Vorsitzende des CDU-Kreisverbandes Schwäbisch Hall, Katrin Heinritz, kritisierte, die Aufarbeitung des Landtagswahlergebnisses mit den damit eigentlich einhergehenden Konsequenzen fehle völlig. In der Sitzung des Kreisverbandes sei deutlich geworden, dass keiner verstehe, dass der Wahlverlierer Wolf sich am Dienstag im Amt des Fraktionschefs bestätigen ließ.

Wolf denkt nach eigener Aussage jedoch nicht an einen Rücktritt. "Ich bin ein Mensch, der zur Selbstkritik fähig ist. Aber ich bekomme auch unheimlich viel Zustimmung", sagte er am Freitagabend in Stuttgart. Wolf verwies darauf, dass die CDU-Fraktion ihn mit klarem Votum als Vorsitzenden wiedergewählt hat. Damit habe sie ihm das Mandat erteilt - auch für die nun anstehenden Verhandlungen über eine mögliche Regierungsbildung mit den Grünen. Seine Rolle in einer möglichen grün-schwarzen Regierung ließ Wolf zunächst offen. Es gehe im Moment weder um ihn, noch um Funktionen oder Positionen, sondern um Inhalte. "Da sind die Diskussionen, die uns bevorstehen, schwierig genug", sagte er.

Bei der Landtagswahl am Sonntag hatten die Grünen die CDU erstmals in einem Bundesland als stärkste Kraft überholt. Am Freitag zerschlugen sich letzte CDU-Hoffnungen, doch noch ein Regierungsbündnis aus CDU, SPD und FDP unter Wolf schmieden zu können. Nun gibt es als letzte Möglichkeit nur noch ein grün-schwarzes Bündnis unter Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne). CDU und SPD trafen sich am Samstag in Stuttgart trotzdem zu unverbindlichen Gesprächen.

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