Welterbe-Region: Städte auf der Alb entwickeln Konzepte

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Die Höhle „Hohle Fels“ wurde Unesco-Weltkulturerbe anerkannt. Foto: Stefan Puchner/Archiv

Rund um sechs Höhlen auf der Schwäbischen Alb sollen nach deren Einstufung als Weltkulturerbe durch die Unesco neue Angebote für Besucher entstehen. Neben Themenwegen zwischen Parkplätzen und Höhlen ist in Schelklingen bei der Hohlefels-Höhle ein Infozentrum geplant. „Unsere Vision ist, dass man dort die Grabungsarbeiten darstellt“, sagte der Bürgermeister von Schelklingen (Alb-Donau-Kreis), Ulrich Ruckh, am Montag. Das Zentrum dürfte seiner Einschätzung nach allerdings kaum vor 2020 fertig sein. Auch anderswo braucht man jetzt erst einmal Zeit, um den Höhlen einen welterbe-würdigen Rahmen zu geben. Die Höhlen waren am Wochenende in die Welterbeliste der UN-Organisation aufgenommen worden.

An zwei Höhlen im Lonetal gibt es nach Angaben der Stadtverwaltung Niederstotzingen (Kreis Heidenheim) bislang nicht mehr als ein Infoschild. Bis Themenpfade stehen, werden eineinhalb bis zwei Jahre ins Land ziehen, so der Hauptamtsleiter Andreas Häußler. Auch die Stadt Blaubeuren (Alb-Donau-Kreis) will mit Themenwegen Musik oder Leben der Neandertaler zu ihren Höhlen führen. Im Sommer 2018 sollen sie fertig sein. Der Titel sei eine Chance für die Region, bedeute aber auch Verantwortung, sagte der Bürgermeister Jörg Seibold. Die Herausforderung: Touristische Konzepte sollten sich sanft den natürlich entstandenen Höhlen anpassen und keinen Eventcharakter haben.

Dass ein Welterbe-Titel zusätzliche Besucher anlockt, zeigt das Beispiel Weissenhofsiedlung in Stuttgart. Im Jahr eins nach der Ernennung von zwei Häusern des Stararchitekten Le Corbusier zum Welterbe ist die Besucherzahl dort um ein Drittel nach oben gegangen. Konkrete Schätzungen zur Entwicklung der Höhlenbesucher will auf der Alb noch niemand abgeben. „Ich glaube nicht, dass unser Städtle überrannt wird, aber durchaus, dass noch mehr Interesse ander Region entsteht“, sagte Seibold.

Im Frühjahr rechnen die Bürgermeister der Region mit einer einheitlichen Straßenschildern zu den Weltkulturerbestätten - damit Besucher die teils versteckt gelegenen Höhlen auch finden. Allerdings sind nicht alle für Besucher geöffnet. Einzelne Höhlen sind noch nicht vollständig ausgegraben. „Das ist ein langsamer Prozess, jeder Krümel wird erfasst“, sagt die Direktorin des Urgeschichtlichen Museums Blaubeuren, Stefanie Kölbl. Die Vogelherdhöhle bei Niederstotzingen sei in den 1930er-Jahren in wenigen Wochen ganz ausgeschaufelt worden. Das sei heute aber nicht mehr üblich.

Informationen zu den einzelnen Höhlen

Fundstellen im Ach-, Blau- und Lohnetal

Abbildungen zur Eiszeitkunst aus dem MUT/Schloss Hohentübingen

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