Umjubelte Premiere im Weltweihnachtscircus beim 20. Gastspiel in Stuttgart

Zum 20. Mal gastiert der Weltweihnachtscircus mit einem Weltklasseprogramm in Stuttgart. Schon vor der umjubelten Premiere am Nikolaustag waren 100.000 der 120.000 Karten verkauft.

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Nach drei Stunden und zehn Minuten springt Henk van der Meyden wie elektrisiert  auf. Nach der gelungenen Generalprobe im Stuttgarter Weltweihnachtscircus ist der Produzent begeistert. In einer Mischung aus Holländisch, Deutsch und Englisch lobt er die Akrobaten. Mehr als ein Dutzend Weltklasse-Artisten hat er für das Jubiläumsprogramm verpflichtet. Zum 20. Mal gastiert der Weltweihnachtscircus mit einem Weltklasseprogramm in Stuttgart. Schon vor der umjubelten Premiere am Nikolaustag waren 100.000 der 120.000 Karten verkauft.
Das Aushängeschild des Jubiläumsprogramms ist ein Clown. Er lacht von den Plakaten und Flyern: Bello Nock, der weltberühmte Clown.  Den höchsten Preis der Zirkuswelt, den Goldenen Löwen, hat der Amerikaner im vergangenen Jahr beim Zirkusfestival in Monte Carlo erhalten. Mit seiner Mischung aus Artistik und Komik sorgt er im Todesrad für atemberaubende Spannung, bringt das Publikum mit eigenen komischen Nummern zum Lachen und macht in den Pausen seine Späße. Bello Nock drückt dem 20. Gastspiel seinen Stempel auf.

Jeder solle Spaß haben im Zirkus, sagt Henk van der Meyden. Im Jubiläumsprogramm führt er vor, was moderner Zirkus ist. Dazu gehören Akrobatik, Komik, Slapstick, Poesie und Tanz. In prächtigen Kostümen treten die Akrobaten auf. Eleganz und gute Choreografie dürfen nicht fehlen.

Der Zirkus wird zur opulenten Show, bei der sich ein Höhepunkt an den anderen reiht. Trotzdem geht die besondere Zirkusatmosphäre nicht verloren. Das Geschehen in der Manege ist zum Greifen nah. Man kann die Gefahr förmlich spüren, wenn die Löwen im Käfig fauchen. Und direkt über den Köpfen des Publikums wirbeln die Artisten unterm Zirkusdach. Und das Publikum darf auch mal mitspielen, wenn Bello Nock große rote Bälle durchs Zelt fliegen lässt.
Mit dem Jubiläumsprogramm ist Henk van der Meyden sein Meisterstück gelungen. Die Show verbindet Tempo mit Eleganz, Spannung mit Poesie in sensationeller Weise. Das Premierenpublikum bedachte die internationalen Stars in diesem Jahr  mit besonders heftigen Beifallsstürmen und war hingerissen. Nach knapp vier Stunden endete die erste Aufführung mit Standing Ovations.

Dieses Jahr ganz neu im Programm sind die Giang-Brüder aus Vietnam. Was die beiden da bieten, ist höchste Zirkuskunst. Ihr Fach ist die Äquilibristik. Ein Begriff, der auch Moderator Peter Goesmann nicht so leicht über die Lippen ging. Darunter versteht man die Kombination aus Gleichgewichts- und Kraftakrobatik. Die Brüder arbeiten vor allem Kopf auf Kopf. Und wenn sie ihre Kunst in der Manege zeigen, wirken sie wie moderne Gladiatoren, wenn sie ihre Muskeln spielen lassen.

Fernöstliche Artistik gehörte von Anfang an zum Markenzeichen des Weltweihnachtscircus. Neben den Giang-Brüdern aus Vietnam waren 16 Jongleure auf Einrädern aus China dabei. Die fliegenden Artisten aus Nordkorea, die mit einem vierfachen Salto und dreifacher Pirouette begeisterten, hatten zuvor für erhebliche Aufregung gesorgt. Da einer der Rahmen der Aufhängung gebrochen war, wurde  das Gerät in Nachtarbeit in einem Betrieb in Heilbronn wieder zusammengeschweißt.

Waghalsige Akrobatik zeigen auch die Pronins aus Russland an zwei russischen Schaukeln. Und die drei Fratelli Errani haben ihre Bodenakrobatik erweitert. Sie zeigen diese jetzt auf einem Trampolin mit staunenswerter Sicherheit. Gegenüber dieser klassischen Akrobatik steht die Kanadierin Valerie Inertie für den modernen Zirkus. Sie zeigt einen akrobatischen Tanz im rollenden Ring, der Poesie und höchste Körperbeherrschung in einer Art verbindet, die man als Zirkusballett beschrieben kann.

Schon zum Markenzeichen des Weltweihnachtscircus geworden ist Geraldine Katharina Knie vom Schweizer National-Circus. Sie zeigt eine Freiheitsdressur auf höchstem Niveau. Und ihr Mann Maycol Errani führt mit seinem Bruder Wioris eine doppelte „ungarische Post“ vor. Dabei stehen die Reiter auf zwei nebeneinander laufenden Pferden. Nach und nach kommen immer mehr Pferde dazu, die von den Reitern geführt werden.

Bei Geraldine Knie kann man spüren, wie vertraut sie mit ihren Tieren umgeht. Das ist genauso bei Löwenkönig“ Martin Lacey. Der Dompteur pflegt einen spielerischen Umgang mit den Raubkatzen, er liebkost sie in der Manege. Besonders stolz ist er darauf, was er nach Stuttgart mitgebracht hat: sechs neugeborene weiße Löwen, die in Deutschland zur Welt kamen. Sie tummeln sich in einem 2.000 Quadratmeter großen beheizbaren Gehege.

Bei der Premiere wurden auch noch einige beeindruckende Zahlen genannt. In den vergangenen zwei Jahrzehnten sind rund zwei Millionen Besucher zum Weltweihnachtscircus gekommen. Insgesamt waren rund 2.000 Artisten dabei. Und seit zwölf Jahren geht der Erlös der Premiere an die Stuttgarter Olgäle Stiftung für das kranke Kind, dessen Schirmherrin Stefanie Schuster, Frau von OB Wolfgang Schuster, sich beim Publikum ausdrücklich bedankte. Bislang sind vom Weltweihnachtscircus insgesamt 330.000 Euro gespendet worden.

Der Weltweihnachtscircus spielt bis zum 6. Januar 2013 auf dem Cannstatter Wasen in Stuttgart. Informationen im Internet unter www.weltweihnachtscircus.de. Zirkustelefon täglich von 9 bis 20 Uhr: 0711 674 47 70.
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