Ulms OB Ivo Gönner verabschiedet sich nach 24 Jahren vom Rathaus

Viel Prominenz, teils von weither angereist, vor allem aber viele Ulmer haben sich vom scheidenden OB Ivo Gönner verabschiedet. Standing Ovations für einen, der sich "erster Diener der Stadt" nennt.

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Mitten unter Ulmern: Ivo Gönner beim Bürgerempfang.  Foto: 

Ein volles Münster, ein voller Einstein-Saal im Congress Centrum. Bewegende, bewegte und auch heitere Worte. Standing Ovations, als Ivo Gönner (64) den Saal betritt und als er eineinhalb Stunden später die Bühne verlässt. Mit einem Gottesdienst und einem Bürgerempfang verabschiedete sich Ivo Gönner (SPD) gestern nach 24 Jahren als Ulmer Oberbürgermeister. Ein paar Eindrücke.

Winfried Kretschmann Der Ministerpräsident rühmte Gönners Bürgernähe, Gelassenheit, Humor und seinen Einsatz für die Völkerverständigung. "Durch Ihre Persönlichkeit, Ihren Charakter und Führungsstil haben Sie Ulm mit geprägt. Sie haben Ulm auf würdige und warme Art vertreten", sagte er unter Beifall. Mit Bescheidenheit und Bodenhaftung habe der OB die Stadt im Sinne der Schwörformel regiert und vorangebracht. Auch wenn er als Oberbürgermeister abtrete, "der Christ, Sozialdemokrat, Bürger und Mensch Ivo Gönner bleibt uns Gott sei Dank erhalten." Kretschmann verabschiedete Gönner ganz schwäbisch: "Du hasch dei Sach' gut gmacht."

Nils Schmid Von Gönners Standhaftigkeit gegenüber allen Lockungen der sozialdemokratischen Landespolitiker berichtete der SPD-Landesvorsitzende. "Generationen von uns waren auf Pilgerfahrt nach Ulm, ich auch. Und wie alle anderen bin ich mit guten Ratschlägen wieder heimgekehrt." Einen der wichtigsten Ratschläge, die Gönner allen auswärtigen Politikern mitgegeben habe, zitierte Schmid so: "Wenn Du morgens aufstehst, denke daran, was Du Gutes für Ulm tun kannst. Und wenn Du abends ins Bett gehst, überlege, was Du Gutes für Ulm getan hast." Gönner jedenfalls habe als OB offensichtlich alles richtig gemacht.

Barbara Bosch Die Reutlinger Oberbürgermeisterin und Präsidentin des baden-württembergischen Städtetags sagte, die Städte hatten in Gönner einen "großartigen, wortgewaltigen Fürsprecher und Repräsentanten". Er habe all seine Ämter mit Weitsicht und Gelassenheit bekleidet. Zum Abschied ein Satz: "Kerle, bleib am besten wie de bisch."

Ute Vogt Vizekanzler und SPD-Vorsitzender Sigmar Gabriel hatte "schwer erkältet" seinen Besuch in Ulm abgesagt. Dafür las die SPD-Bundestagsabgeordnete Ute Vogt sein Grußwort vor. Gönners Gabe sei gewesen, Menschen zusammenzuführen, "wo andere polarisieren und spalten". Gabriel war er "ein kluger Ratgeber, ein Freund und einer der zuverlässigsten Partner, die ich in der Politik gefunden habe".

Das Schlusswort beim Bürgerempfang nutzte Gönner zu einem eindringlichen Appell für starke Städte und die Demokratie. Sein Schluss: "Der OB ist der erste Diener der Stadt. In diesem Sinne: ade und auf Wiedersehen."

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