Turban statt Motorradhelm? Sikh zieht vor Verwaltungsgerichtshof

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Weil er beim Motorradfahren statt eines Helms seinen Turban tragen will, klagt ein Anhänger der Sikh-Religion vor dem Verwaltungsgerichtshof Mannheim gegen die Stadt Konstanz. Der Fall soll am morgigen Dienstag verhandelt werden. Der Kläger beantragt aus religiösen Gründen eine Ausnahme von der Helmpflicht.

Der Streit zwischen dem Sikh und der Kommune schwelt schon länger: Der Mann war im Jahr 2005 der Religion der Sikhs beigetreten. Weil ihm diese vorschreibe, immer einen Turban zu tragen, hatte er 2013 bei der Stadt beantragt, keinen Helm nutzen zu müssen. Die lehnte das jedoch ab.

2015 beschäftigte sich bereits das Verwaltungsgericht Freiburg mit dem Fall – die Richter gaben in ihrem Urteil der Stadt recht: Die Ablehnung des Antrags verletze nicht das Grundrecht auf Religionsfreiheit. Zwar leisteten Sikhs bei ihrer Taufe den Eid, sich nach dem Vorbild ihres historischen Gurus bis zum Lebensende die Haare nicht zu schneiden, sie zu bedecken und mit einem Turban zu schmücken. Das Tragen eines Helmes zwinge den Kläger aber weder zum Schneiden der Haare noch zu ihrer Entblößung in der Öffentlichkeit.

Sikhs („Schüler“) sind Anhänger einer im 15. Jahrhundert in Nordindien entstandenen religiösen Reformbewegung. Gründer und Wanderprediger Guru Nanak (1469–1538) wollte eine Verbindung zwischen Hinduismus und Islam schaffen.

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