Türkische Gemeinde: Nein-Sager haben Angst

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Viele türkischstämmige Menschen haben nach Angaben der Türkischen Gemeinde Angst, sich öffentlich gegen das von Staatschef Recep Tayyip Erdogan angestrebte Präsidialsystem auszusprechen. „Die Nein-Sager sind von Denunzierung und Diffamierung eingeschüchtert“, sagte der Vorsitzende Gökay Sofuoglu der Deutschen Presse-Agentur in Stuttgart. Die Aggression gegen Gegner der Reform werde von Erdogan persönlich befeuert. Er stelle sie als Vaterlandsverräter und Terroristenschützer dar. „Das übernehmen sehr viele Menschen hier, auch weil sie sich von ihm legitimiert fühlen.“

Zudem werde der falsche Eindruck erweckt, es gehe bei der Volksabstimmung um Ja oder Nein zum Islam. In Moscheen werde zum Teil indirekt für Erdogan geworben. „Da haben die Ja-Sager Einfluss.“ Derzeit tauschten Befürworter und Gegner der Verfassungsänderung eher Schlagworte aus als sachlich zu diskutieren.

Zwar könnten Nein-Sager in die Türkei reisen. Es seien ihm noch keine Vorfälle bekannt geworden. „Aber auch ich selbst bin vorsichtig, in die Türkei zu reisen“, sagte er. Die Türkische Gemeinde hatte in ihrer Vertreterratssitzung einstimmig gegen die Verfassungsänderung gestimmt, die Erdogans Machtbefugnisse ausweiten würde. Der Verband hat bundesweit 260 Mitgliedsverbände mit 60 000 Menschen; die 26 Mitgliedsverbände im Südwesten haben 3000 bis 4000 Einzelmitglieder. Der Südwest-Verband ist nach Angaben seines Chefs der drittgrößte.

Türkische Gemeinde

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