Trotz Kritik: Umstrittene Bodensee-Gästekarte geht in Pilotphase

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Neu und umstritten: die „Echt-­Bodensee-Card“.  Foto: 

Die umstrittene Bodensee-Gästekarte startet trotz juristischen Widerstands in die Pilotphase. „Wir installieren die Technik zurzeit in Langenargen, Eriskirch, Sipplingen und Bodman-Ludwigshafen bei sechs bis zwölf Übernachtungsbetrieben pro Tag“, sagte ein Sprecher der Betreibergesellschaft Deutsche Bodensee Tourismus in Friedrichshafen. Die Chipkarte mit digitalem Meldewesen soll die Gäste- und Kurkarten auf Papier ablösen und neben freier Fahrt mit Bus und Bahn auch Vergünstigungen bei Veranstaltungen und Ausflugszielen bieten.

Touristenmagnete wie die Stadt Meersburg oder die Insel Mainau können sich bisher allerdings nicht dafür begeistern. Vermieter und Hoteliers kritisierten die Karte als zu kompliziert, zu aufwendig und zu teuer für Gast und Gastgeber. Gegen das elektronische Meldewesen seien aus mehreren Gemeinden sogenannte Normenkontrollklagen beim Verwaltungsgericht Mannheim eingereicht worden, sagte Manfred Maier vom Gastgeberverein Uhldingen-Mühlhofen.

Auch bei der EU-Kommission reichte der Verein nach eigenen Angaben Beschwerde „wegen mutmaßlicher missbräuchlicher Verwendung von staatlichen Beihilfen“ ein. Dabei geht es Maier zufolge um die Verlängerung eines 1,2 Millionen-Euro-Darlehens des Landkreises an die Betreibergesellschaft. Weil mit der Nutzung der Chipkarten in Bus und Bahn auch Bewegungsprofile aufgezeichnet werden sollen, melden die Kritiker zudem datenschutzrechtliche Bedenken an.

In den kommenden Wochen sollen rund 500 Gastgeber in den vier Mitgliedsorten mit Leseterminals ausgestattet werden. Finanziert wird die Karte über eine Erhöhung der Kurtaxe um einen Euro pro Tag und Gast.

In Langenargen etwa sollen zum offiziellen Start am 1. April bis zu 180 Betriebe mit der neuen Technik ausgestattet werden. Bürgermeister Achim Krafft (CDU) hält die Karte für eine „Riesenchance für die Region“ und betont: „Die Einführung läuft absolut problemlos, einfacher als das System vorher.“

2018 soll die Gästekarte nach Angaben der Betreibergesellschaft in fünf weiteren Gemeinden eingeführt werden.

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