Troja-Forscher vor Wechsel nach Heidelberg

Der Troja-Forscher Ernst Pernicka verlässt Tübingen und geht an die Universität Heidelberg. Er zählt zu den weltweit führenden Archäometallurgen.

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Noch Tübingen, bald Heidelberg? Professor Ernst Pernicka war Grabungsleiter in Troja. Foto: Uli Metz

Vergangenes Jahr hat Ernst Pernicka seine Zelte in Troja abgebrochen - die Feldforschung der Universität Tübingen in der bronzezeitlichen Ruinenstadt auf türkischem Boden endete nach 25 Jahren. Jetzt steht der Professor vor einem Wechsel an die Universität Heidelberg. Das hat der Dekan der Tübinger Philosophischen Fakultät, Jürgen Leonhardt, bestätigt. Der Dekan: "Wir bedauern das sehr."

Der aus Wien stammende Chemiker Pernicka zählt weltweit zu den führenden Fachleuten auf dem Gebiet der Archäometallurgie. Dabei geht es um die Analyse und die Herkunftsbestimmung metallischer Funde. Pernicka hat durch Laboruntersuchungen die Echtheit der Himmelsscheibe von Nebra nachgewiesen. Zur Zeit untersucht er die Goldfunde aus dem bulgarischen Varna, die als die ältesten der Welt gelten. Im Januar erhielt er den "Advanced Grant", die höchstdotierte Forschungsförderung der EU. Besondere Prominenz erlangte Pernicka, als er 2006, ein Jahr nach dem Tod seines Vorgängers Manfred Korfmann, die Grabungsleitung in Troja übernahm.

Pernicka ist ein schwer beschäftigter Wissenschaftler. Die eine Hälfte der Woche arbeitet er in Mannheim, wo er das Curt-Engelhorn-Zentrum für Archäometrie leitet, ein An-Institut der Uni Tübingen. In der anderen Hälfte der Woche kommt Pernicka in Tübingen seinen Pflichten in der Lehre nach. Pernicka will sich die Pendelei anscheinend nicht mehr länger zumuten. Die Wege von der Uni Heidelberg zu seinem Wohnort und zum Labor in Mannheim sind kürzer.

Dass Pernicka mit 63 noch einmal die Hochschule wechselt, hat in Universitätskreisen allerdings Verwunderung ausgelöst. Pernicka bestätigt auf Anfrage nur Gespräche über einen Wechsel. Seine Stelle wurde aber schon ausgeschrieben.

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