Tragödie in Ravensburg: Frau und Kinder mit Beil getötet

Ein 53-Jähriger soll mit Beil und Messer seine Frau und zwei Stieftöchter getötet haben. In dem kleinen Ortsteil von Ravensburg herrscht Fassungslosigkeit.

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Ein Polizeifahrzeug steht mit eingeschaltetem Blaulicht in einer Straße. Foto: Carsten Rehder/Archiv

Nur ein rot-weißes Absperrband deutet am Freitag auf die Tragödie hin, die sich in dem Haus im Ravensburger Ortsteil Untereschach abgespielt hat. Ein 53-Jähriger soll hier in der Nacht zuvor seine Frau und die Stieftöchter im Alter von 14 und 18 Jahren getötet haben. Die Beamten sprechen von einem «grausamen Bild», das sich ihnen bot. Über drei Stockwerke verteilt hätten sie die Opfer gefunden. Nur die fünf Jahre alte Tochter des Ehepaares überlebte demnach. Sie soll geschlafen und die Attacke während der Nacht nicht mitbekommen haben.

Das Motiv des Mannes - der noch in der Nacht vorläufig festgenommen wurde - liegt noch völlig im Dunkeln. Am Nachmittag wollten Polizei und Staatsanwaltschaft über die Details der Bluttat informieren. Warum ein Vater und Ehemann so etwas tut - das ist auch auf der Straße vor der Doppelhaushälfte in Untereschach am Bodensee Gesprächsthema. Immer wieder bleiben Nachbarn und Anwohner stehen, schauen auf das Absperrband und fragen sich gegenseitig, ob sie etwas Neues erfahren haben. Zwei Mädchen halten sich weinend im Arm.

«Ich kann das gar nicht glauben», sagt eine junge Frau, die mit ihrem Freund vor dem Haus der Familie steht. Sie sei mit der 18 Jahre alten Stieftochter des Mannes schon seit Jahren befreundet gewesen und gemeinsam mit ihr zur Schule gegangen. Nach einem Bericht der «Schwäbischen Zeitung» war die Polizei bereits drei Tage vor der Tat nachts mit drei Einsatzfahrzeugen bei der Familie. Ob es Streitereien gegeben hat, wisse sie nicht, sagt die ebenfalls 18-Jährige, die ihren Namen nicht nennen möchte. «Meine Freundin hat aber nie schlecht über ihren Stiefvater gesprochen. Ich verstehe so was nicht.»

Eine Anwohnerin erzählt, dass die Familie erst vor rund einem halben Jahr in die Straße gezogen sei, zuvor habe sie ein paar hundert Meter weiter in dem Ravensburger Ortsteil gewohnt. «Ich habe die Frau und die Töchter oft mit ihrem Hund Gassi gehen sehen», sagt sie. Von einem Polizeieinsatz in der Nacht habe sie aber nichts mitbekommen. «Man rechnet ja auch nicht mit so etwas.»

Andere Nachbarn beschreiben die Familie als freundlich, aber zurückhaltend. Ein paar Kinder erzählen von dem 53-Jährigen, der erst kürzlich noch mit seiner fünf Jahre alten Tochter am Sportplatz Fußball gespielt habe. «Er ist sehr nett, ich kann nicht glauben, dass er sowas gemacht haben soll», sagt ein Mädchen.

Es ist warm und sonnig an diesem Freitag in Untereschach, nur ein leichter Wind lässt die zahlreichen Deutschlandflaggen flattern, die Nachbarn im Ort aufgehängt haben. Auch die Doppelhaushälfte in der Seitenstraße eines Neubauviertels sieht am Tag nach der Tat idyllisch aus - von den gelegentlich sichtbaren Männern der Spurensicherung in weißen Anzügen abgesehen. Eine ordentlich geschnittene Hecke umgibt den Garten, eine gelb-weiß gestreifte Markise schützt die Terrasse vor Sonnenlicht. Und auf dem Balkon darüber steht noch ein Wäscheständer mit frisch gewaschener Kleidung.

 

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