Tödliche Stiche auf offener Straße

Angriff aus dem Nichts: Im September wurde eine 45-jährige Frau in Trossingen erstochen. Der Beklagte soll an schweren Wahnvorstellungen leiden.

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Am 5. September 2015 gegen 21.15 Uhr wurde in Trossingen eine 45 Jahre alte Frau auf offener Straße und völlig unvermittelt von einem Mann mit zwei Messern angegriffen und im Halsbereich so schwer verletzt, dass sie gestorben ist. Der Mann, der das getan haben soll, steht seit Montag vor Gericht. Die 1. Schwurgerichtskammer des Landgerichts Rottweil muss unter anderem herausfinden, ob der damals 25-jährige, aus Russland stammende Mann während der Tat schuldfähig war. Ein vorläufiges Gutachten attestiert ihm Schuldunfähigkeit. Deshalb handelt es sich bei dem Verfahren um ein Sicherungsverfahren. In dem Gutachten wird ihm paranoide Schizophrenie attestiert. Bestätigen sich im Verlauf des Prozesses Diagnose und Tatvorwurf, soll er in einer psychiatrischen Klinik untergebracht werden.

Bereits vor der Tat soll er in einer Privateinrichtung in Trossingen in Reha gewesen sein. Der Resozialisierungsverein "Healthy Generation" hatte eine Art Gästehaus betrieben und dort Suchtkranke vor allem aus Russland behandelt. Der 25-Jährige war einer der Patienten. Ärzte waren daran offenbar nicht beteiligt. Verein und Einrichtung sind inzwischen aufgelöst, der Verein ist aus dem Vereinsregister gelöscht worden. Nach Auskunft von Frank Grundke von der Staatsanwaltschaft Rottweil haben die Ermittlungen zu dem Tötungsdelikt bislang "keine Anhaltspunkte" dafür ergeben, auch gegen den Verein und Betreiber der Einrichtung zu ermitteln. Sollten sich im Lauf der Verhandlung neue Erkenntnisse ergeben, würden diese eingeleitet.

In der Antragsschrift der Staatsanwaltschaft wird dem Beklagten vorgeworfen, im Zustand paranoider Schizophrenie auf die Frau eingestochen zu haben. Bei ihm wurden zwei Messer mit Klingenlängen von 17 und 18 Zentimetern gefunden. Er soll der Frau aufgelauert haben, um sie zu töten. Sie soll ein Zufallsopfer gewesen sein. "Das hätte auch jeden anderen treffen können", sagte damals ein Polizeisprecher.

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