Thomas Schäuble kehrt nicht zu Rothaus zurück

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Schwer erkrankt: Thomas Schäuble, Chef der Rothausbrauerei.

Thomas Schäuble, schwer erkrankter Alleinvorstand der Badischen Staatsbrauerei Rothaus, wird endgültig aus dem Unternehmen ausscheiden. Der Aufsichtsratschef von Rothaus, Verbraucherminister Alexander Bonde (Grüne) , gab gestern nach einer Sitzung des Gremiums bekannt, dass Schäuble "seine Geschäfte leider nicht mehr aufnehmen kann." Der 64-jährige frühere Verkehrs-, Justiz- und Innenminister liegt nach einem schweren Herzinfarkt, den er im Juli beim Wandern erlitten hatte, noch immer im Koma. Die Familie stimmte der zeitnahen Auflösung seines Vertrags zu. Andernfalls hätte es eines langwierigen Entmündigungsverfahrens bedurft.

Bereits seit Anfang September nimmt der frühere Finanzminister Gerhard Stratthaus, der seit 1996 dem Rothaus-Aufsichtsrat angehört, als Übergangs-Vorstand die Geschäfte der landeseigenen Aktiengesellschaft wahr. Nach dem Aktiengesetz ist eine solche Regelung für maximal ein Jahr möglich. Bonde teilte gestern mit, dass im ersten Quartal 2013 die Suche nach einem Nachfolger Schäubles beginnen soll. Die Stelle wird ausgeschrieben.

Thomas Schäuble, Bruder von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble, arbeitete nach Jurastudium und Promotion zunächst als Richter am Verwaltungsgericht Freiburg. 1984 wurde der Christdemokrat zum Oberbürgermeister von Gaggenau gewählt, ab 1988 war er Landtagsabgeordneter. Nach 13 Jahren trat Schäuble 2004 als Minister zurück und übernahm den Vorstandsposten bei Rothaus.

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Kommentare

09.12.2012 12:36 Uhr

Vertragsauflösung oder Entmündigung

Ihr Artikel enthält in zwei Sätzen 4 Fehler:
1. Entmündigung gibt es seit 1990 nicht mehr.
2. "Die Familie" kann überhaupt nicht zustimmen.
3. Daraus folgt: Für Thomas Schäuble handelte wohl ein Bevollmächtigter. Er hatte wohl für den Fall, dass er seine Angelegenheiten aus gesundheitlichen Gründen nicht regeln kann, eine Vorsorgevollmacht erteilt. Die wird nicht "der Familie" erteilt, sondern einer konkreten Person aus dem Familienkreis.
4. Hatte Schäuble keinen Bevollmächtigten, bestellt das Betreuungsgericht einen rechtlichen Betreuer. Sofern die gesundheitliche Situation eindeutig ist (Koma) und die ins Verfahren einbezogenen Familienangehörigen / Vertrauenspersonen sich einig sind, kann der Betreuer innerhalb weniger Tage bestellt werden. Dies ist für Gerichtsverfahren nicht "langwierig".
Eine Recherche zu diesen Themen ist relativ einfach und wäre von einem Journalisten eigentlich zu erwarten.
Mit freundlichen Grüßen
Linder-Reich Notar/Betreuungsrichter

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