Tagung: Deutsch-Israelische Gesellschaft kritisiert Akadmie

Die Evangelische Akademie Bad Boll veranstaltet ein Seminar über Menschenrechte im Nahen Osten – und wird von der DIG für ihre Gäste kritisiert.

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Weist die Kritik der DIG zurück: Professor Jörg Hübner,  Direktor der Akademie Bad Boll.  Foto: 

Einseitige Kritik an Israel. Das Thema ist hochaktuell. Gerade auch in Israel selbst, wo das israelische Parlament, ein Gesetz vorbereitet, das israelkritische Nicht-Regierungs-Organisationen (NGO) im Visier hat. Viele davon, die in der Region agieren, werden neben anderen von  deutschen Stiftungen, kirchlichen und politischen Verbänden subventioniert. Dass das Ausland einseitig gegen Israel gerichtete Organisationen unterstützt oder solche, die einen Boykott befürworten wie Justizministerin Ayelet Shaked sagte, möchte die rechtsgerichtete Regierung nicht mehr hinnehmen.

Vertreter eines Teils dieser Organisationen darunter Brot für die Welt, Pax Christi, die israelischen B’tselem und Hamoked sowie die palästinensischen Al Haq und Demokratische Front zur Befreiung Palästinas (DFLP), die Mitglied der PLO ist, hat die Evangelische Akademie Bad Boll nun zu einer Tagung mit dem Titel „Ist Frieden möglich“ eingeladen und sieht sich dem gleichen Vorwurf ausgesetzt: Kritisiert wird die Akademie von mehreren regionalen Gruppen der Deutsch-Israelischen Gesellschaft (DIG) sowie dem in Israel lebenden Journalisten Ulrich Sahm. „Die Themen Bewegungs - und Reisefreiheit oder Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit gelten offenbar nur für eine Seite... Die Liste der geladenen Gäste und Organisationen sprechen da eine eindeutige Sprache...“, kommentiert Sahm. Und die DIG listet in einem Schreiben auf, welche Haltung etwa B’tselem vertritt: „Regelmäßig beschuldigt sie Israel, ein Apartheid-Staat zu sein und Kriegsverbrechen auszuüben.“ Hamoked dämonisiere das Land mit Vorwürfen  wie Deportation und Folter. Pax Christi rufe zu einem „Kaufverzicht mit dem Motto ,Besatzung schmeckt bitter’ auf“. Die DFPL habe vor 42 Jahren 21 israelische Schüler bei einer Geiselnahme getötet.

„Ich kann die Vorwürfe der DIG nicht nachvollziehen“, sagt Mauricio Salazar, der die Veranstaltung in Bad Boll mit vorbereitet hat. Zum einen sei etwa Pax Christi ein fester Kooperationspartner der Akademie, der ihr Vertrauen genieße. Zum anderen suchten die Organisationen vor Ort die Leute aus, die sie zur Tagung schicken. Natürlich stehe man in Kontakt. Khaled Hamad von der DFLP etwa habe sich gegen Gewalt ausgesprochen, betont Salazar. Zum Thema Boykott sagte er, Pax Christi rufe lediglich zum Kaufverzicht von Produkten aus den Siedlungen auf: „So wie die EU das auch macht.“

Unter den Gästen sei niemand, der etwa das Existenzrecht Israels verleugne. „Genau so wie wir niemanden einladen, der zur Gewalt aufruft.“ Bei der Tagung gehe es zentral um die Situation der Menschenrechte in Israel und den palästinensischen Gebieten sowie unter anderem um die Situation der Palästinenser in Gefangenschaft. „Wir haben Leute aus Israel und Palästina eingeladen“, antwortet Salazar auf die Frage, ob der Ausgewogenheit Genüge getan wurde.  Er blende auch nicht aus, dass es seitens der Palästinenser Gewalt und Unrecht gebe. Etwa im Gazastreifen durch die von der Hamas geführten Regierung. „Aber das ist dieses Mal nicht das Thema. Dazu hatten wir vergangenes Jahr eine Tagung.“

   Der Leiter der Akademie, Jörg Hübner, nahm schriftlich Stellung zu den Vorwürfen:  Man versuche seitens der Akademie seit langem, Feindbilder abzubauen. „Mit der Tagung laden wir ausdrücklich zum Dialog ein, um die Komplexität der Region gemeinsam zu reflektieren.“ Zudem sei die Akademie gerne zu einem Gespräch mit der DIG bereit.

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