SWR dreht Fernsehfilm über Justizopfer Harry Wörz

Der aufsehenerregende Justizskandal um den Pforzheimer Bauzeichner Harry Wörz wird im Fernsehen aufgearbeitet. Der Südwestrundfunk (SWR) beginnt in diesen Tagen mit der ARD-Produktionsgesellschaft Degeto mit den Dreharbeiten in Pforzheim und Berlin.

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Harry Wörz zur Revision im BGH am 15.12.2010. Foto: Ronald Wittek/Archiv

Wörz war vorgeworfen worden, 1997 seine von ihm getrennt lebende Ehefrau so stark gewürgt zu haben, dass sie mit Hirnschäden zum Pflegefall wurde. Er wurde wegen versuchten Totschlags zu elf Jahren Haft verurteilt. Bei einem Schadenersatzprozess entschied ein Gericht dann für Wörz. Daraufhin strebte er ein Wiederaufnahmeverfahren an, das er schließlich 2010 vor dem Bundesgerichtshof gewann.

Die obersten Richter monierten die fragwürdige Arbeit der Ermittler. Diese hatten eine Spur zu dem ebenfalls verdächtigen Geliebten der Frau, einem Polizisten, nicht weiterverfolgt. Im Januar dieses Jahres schloss die Staatsanwaltschaft die Akten endgültig, da sich bei keinem weiteren Verdächtigen ein Anfangsverdacht ergebe.

Mit dem Fernsehfilm will der SWR laut Mitteilung vom Dienstag sowohl der Kraft und dem Durchhaltewillen von Wörz ein Denkmal setzen, als auch die Vor- und Nachteile des deutschen Rechtssystems aufzeigen. Das Drehbuch schrieb Till Endemann, der auch Regie führt, gemeinsam mit Holger Joos. Rüdiger Klink wird Harry Wörz verkörpern, Felix Klare seinen Anwalt Hubert Gorka. Produziert wird das Werk von teamWorx. Ein Sendetermin ist noch nicht bekannt.

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