Suizidneigung bei Jugendlichen in Baden-Württemberg hoch

Jeder dritte Jugendliche in Baden-Württemberg hat einer Studie zufolge schon einmal an Selbstmord gedacht. Rein rechnerisch hätten in jeder Schulklasse ein bis zwei junge Menschen bereits einen Suizidversuch unternommen, hieß es in einer am Donnerstag in Stuttgart präsentierten Untersuchung der Uniklinik Ulm.

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Um dem Trend entgegenzuwirken, hat die Baden-Württemberg Stiftung das Projekt „Schulen stark machen gegen Suizidalität“ ins Leben gerufen, das bei einer Tagung für Lehrer vorgestellt wurde. Diese sollen damit lernen, wie sie mit gefährdeten Schüler umgehen können.  Weitere Erkenntnisse aus der Studie: Etwa ein Drittel der 15-Jährigen hätten sich zumindest einmal absichtlich selbst verletzt, vier Prozent täten dies häufiger. Im Vergleich zu Gleichaltrigen in der Schweiz und Österreich wiesen die Baden-Württemberger eine besonders hohe Rate an Selbstverletzungen auf.

Das Projekt der Stiftung beinhaltet verschiedene Maßnahmen zur Prävention. In landesweiten Schulungen sollen Lehrer im Umgang mit gefährdeten Schülern ausgebildet werden. Zudem will die Stiftung zusammen mit den Schulen konkrete Pläne für Lehrer ausarbeiten, wenn sich ihnen ein Schüler mit Suizidgedanken anvertraut. Auch wurde eine Telefonhotline eingerichtet, bei der sich Lehrer Rat holen können.

Auf einer Internet-Seite können sich Pädagogen umfassend informieren.

Die Stiftung hat für das Projekt 1,8 Millionen Euro bereitgestellt.

Nach Ansicht von Kultusminister Andreas Stoch (SPD) ist die Lebensmüdigkeit ein Thema, über das nicht gerne gesprochen werde. „Es ist wichtig, das Thema aus der gesellschaftlichen Tabuzone herauszuholen und Lehrer entsprechend zu schulen.“ Mit dem Präventionsprogramm sei man in Baden-Württemberg auf einem guten Weg.

Seite der Stiftung mit Pressemitteilung zur Studie
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Kommentare

11.07.2014 11:36 Uhr

Falsch angesetzter Hebel

Wegen der Eigenschaft des Einzelnen, ausschließlich als soziales Wesen existent zu sein, bleibt bis in die fernste Zukunft hinein sozialwissenschaftlich erbrachte Arbeit das einzig verfügbare Heilmittel. Sich ihr zuzuwenden anstatt Suizid zu begehen, untersagt allerdings die ständige Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs. Ausdrücklich bezeichnen die Münchner Richter es als verwerflich, die materielle Förderung eines solitären Leistungserbringers auf diesem Gebiet im Zuge der Einkommensteuererklärung fiskalisch geltend zu machen. Allein wenn es sich um eine Personenvereinigung in der Form eines eingetragenen Vereins handelt, eröffnet der Gesetzgeber diese Möglichkeit. Insofern setzen die von der Baden-Württemberg-Stiftung ausgereichten € 1,8 Mio. den Hebel politisch an der völlig falschen Stellte an.

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