Stuttgarter Szene vom 9. Oktober 2015

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Georg Wacker ist ist nun bundesweit der Frontmann unter den CDU-Bildungsexperten.  Foto: 

Strobl vorn

In diesen turbulenten Zeiten der Flüchtlingskrise hat der CDU-Landesvorsitzende Thomas Strobl zwei Kategorien von Politikern ausgemacht, auch in seiner eigenen Partei. Da gebe es jene, die aufgebrachten Bürgern erklärten, "es ist nicht schlimm, sondern noch viel schlimmer". Diesen Ängste-Bestärkern stellte der Heilbronner in einer Diskussion mit Wirtschaftsjunioren jene Kollegen gegenüber, die einfach die Ärmel aufkrempelten: "Wir packen das an, in Baden-Württemberg können wir es besonders gut." Strobl rechnet sich zu den Anpackern und kann dafür ein Beispiel nennen. Beim Besuch einer Berliner Erstaufnahmestelle klagte deren Leiter über fehlende Zahnbürsten. Strobl nutzte seine Beziehungen und beschaffte 5000 Reinigungssets.

Friedrich weit vorn

Als besonders anpackend wird auch Baden-Württembergs Bundesratsminister Peter Friedrich (SPD) wahrgenommen: Eine Umfrage unter 180 Kennern des Berliner Politikbetriebs, die das einschlägige Magazin "Politik & Kommunikation" gemacht hat, sieht Friedrich hinter der bisherigen nordrhein-westfälischen Ministerin Angelica Schwall-Düren (SPD) auf Platz zwei der einflussreichsten Bevollmächtigten der Länder. Der Bayer Anton Hofmann (CSU) muss sich mit Platz drei zufrieden geben. Kritikern seiner Arbeit , wie Südwest-Arbeitgeberpräsident Rainer Dulger oder Südwestmetallchef Stefan Wolf, kann Minister Friedrich jetzt umso überzeugender entgegenhalten, "dass in der politischen Interessenvertretung nicht die Lautstärke, sondern die Substanz der politischen Arbeit und die Kommunikation mit den wichtigen Akteuren vor Ort entscheidende Faktoren sind".

Wacker ganz vorn

Auch wenn der Bär noch lange nicht erlegt ist, insgeheim machen sich viele christdemokratische Abgeordnete (Spötter behaupten "eigentlich alle") Hoffnungen auf ein Regierungsamt im nächsten Jahr. Einer, der immer genannt wird, wenn es um die potenzielle Besetzung des Ministerpostens im Kultusressort geht, ist der früher dort als Staatssekretär tätig gewesene Georg Wacker. Eine gewisse Schubkraft dürfte diese Perspektive - den Wahlsieg der CDU vorausgesetzt - jetzt erfahren: Der 53-jährige Weinheimer Abgeordnete ist dieser Tage in die erste Reihe christdemokratischer Bildungsexperten vorgerückt: Die 15 Kollegen aus den anderen Ländern wählten Georg Wacker zu ihrem Vormann. Dass die CDU nur noch drei Kultusminister stellt, dürfte Wacker zusätzlicher Ansporn sein.

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