STUTTGARTER SZENE vom 9. November

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Thomas Langheinrich: Wassergetriebenes Duschradio für den Umweltminister.

Kretschmann zwo

Der "weltweit erste Regierungschef der Grünen" ist dem Herder-Verlag schon ein zweites Buch wert. Nach ihrem Portraitband 2011 haben die Publizisten Brigitte Johanna Henkel-Waidhofer und Peter Henkel jetzt Gespräche mit Winfried Kretschmann "über Gott und die Welt" (Kretschmann) in 19 Kapiteln aufbereitet: "Reiner Wein. Politische Wahrheiten in Zeiten knapper Ressourcen." Aufschlussreiches wie Kurioses findet sich darin: Zum Beispiel, wie der auch vom ihm anerkannte "altehrwürdige" Grundsatz pacta sunt servanda (Verträge sind einzuhalten) im Zusammenhang mit Stuttgart 21 den Ministerpräsidenten "schon manchmal nervt". Auch würde er sich "heimlich auf jeden Fall" freuen, scheiterte das ungeliebte Bahnprojekt. Der "Pflichtenmensch" gibt aber auch ein Geheimnis preis. Er hat nicht nur 200 Krawatten, er kauft auch immer mal wieder eine neue. Memoiren will Kretschmann übrigens nicht verfassen, aber "ein gescheites Gemeinschaftskundebuch" könnte den Politiker reizen.

Grüne Verkehrspolitik

Straßeneinweihen ist nicht mehr. Doch Fotos wirft auch grüne Verkehrspolitik ab: Staatssekretärin Gisela Splett will heute extra nach Unlingen im Kreis Biberach kommen, um beim Montieren von Tempo-30-Schildern zu helfen. Die von Lärm gebeutelte Gemeinde hätte weit lieber die Bundesstraße verlegt. Doch Verkehrsminister Winfried Hermann hat den Landrat ausweislich eines Berichts in der Heimatzeitung wissen lassen, dass sein Kollege im Bund, Peter Ramsauer, wegen viel zu knappen Etats vor 2016 keine neuen Projekte mehr beginne. Der reagierte sauer: Von einer "Verzerrung und Umdeutung der Wirklichkeit" sprach Ramsauer in einem Brief an den frustrierten Bürgermeister. Die Landesregierung selbst habe ihn aufgefordert, nichts Neues zu beginnen, ehe Begonnenes nicht fertig sei.

Duschradio für Minister

Thomas Langheinrich war nicht immer Präsident der Landesanstalt für Kommunikation. Weil er als Pressesprecher und Zentralstellenleiter die Gründungsphase des Umweltministeriums aus nächster Nähe erlebt hatte, war er - wie sein damaliger Minister Erwin Vetter - am Mittwoch zur 25-Jahr-Feier des Ressorts geladen. Und natürlich kam der Kontrolleur privater Rundfunkangebote nicht ohne Gastgeschenk: ein dunkelblaues, wassergetriebenes Duschradio - mit Einbauskizze. Ob Franz Untersteller es braucht? Langheinrich: "Ich bin mir sicher, der Umweltminister ist beim Energiesparen zu allem bereit."

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