Stuttgarter Szene vom 4. März 2016

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Augen auf beim Adressenkauf: Willi Stächele (CDU) zog sich den Zorn von Eltern zu.  Foto: 

Ende der Dauerbaustelle

Nicht nur Gesetzesvorhaben, manchmal fallen auch ganze Baustellen der Diskontinuität anheim. Zum Beispiel das Dauerärgernis vor der Haustür des Verkehrsministers Winfried Hermann. Über Jahre hat der Verkehrsverbund Stuttgart in homöopathischen Dosen einen Aufzug zur U-Bahn eingebaut - so behutsam, dass der Grüne mehrfach nachfragen ließ. Jetzt im Frühjahr, aber eben erst nach der Landtagswahl, wird auch diese Dauerbaustelle abgeräumt, kann der Verkehr auch oberirdisch wieder fließen. Minister Hermann trifft an der Baustellenschikane übrigens keinerlei Schuld. Es sind die misslichen Verhältnisse: Unter der Straße liegt nicht etwa nichts, sondern neben einem Gewirr an Versorgungsleitungen auch eine statisch komplexe Tiefgarage und ein U-Bahnhof. Ob Minister Hermann, der in Stuttgart kandidiert, den Bauabschluss vor seinem Haus anständig feiern kann, wird der Wahlabend zeigen.

Großzügige Offerte

Nicht wundern, das Bild trügt: Wenn bis Mitte des Monats besonders viel BMWs vor dem Mercedes-Museum parken, dann ist das keine feindliche Übernahme. Vielmehr macht Mercedes der bayerischen Konkurrenz ein großzügiges Angebot: Zum 100. Geburtstag der Marke mit dem blauschwarzen Propeller dürfen BMW-Werksangehörige bis Mitte März umsonst ins Stuttgarter Daimler-Museum. Und wenn sie mit einem BMW anreisen, darf dieser sogar demonstrativ auf dem Feldherren-Hügel direkt am Eingang abgestellt werden. Soviel automobiles Augenzwinkern wünschte man sich seit Jahrzehnten, die Offerte ist ein Beispiel offensichtlich zunehmender Gelassenheit bei der Marke mit dem Stern.

Junioren statt Senioren

An sich wünscht sich der Wahlkämpfer ja nichts so sehr wie den engen Kontakt zum Bürger. Willi Stächele, seit 1992 direkt gewählter CDU-Abgeordneter im Wahlkreis Kehl freilich hätte in den letzten Tagen gern auf jede Menge Mails und Anrufe verzichtet: Der 64-Jährige, der zu CDU-Regierungszeiten einst Agrar- und Finanzminister und später dann Kurzzeit-Landtagspräsident war, hatte sich mit einem Wahlwerbebrief den Zorn von Vätern und Müttern zugezogen. Statt der angeforderten Adressen von Senioren waren der CDU Adressen von Kindern und Jugendlichen verkauft worden. Stächele versuchte, das Beste daraus zu machen: Teils verschenkte er Eintrittskarten für den Europapark, teils empfahl er den Eltern fröhlich, den Brief einfach aufzuheben: "2031 passt es dann."

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