STUTTGARTER SZENE vom 25. Mai

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Rosa Grünstein: "Tue deinen Mund auf für die Stummen."

Saarländer unter sich

"Er ist halt ein Saarländer und das sind eher die Netteren. Wir haben uns gleich verstanden!" Baden-Württembergs Umweltminister Franz Untersteller, ein bekennender Saarländer, hatte am Mittwochabend Gelegenheit, den nagelneuen Bundesumweltminister Peter Altmaier kennenzulernen und sein Urteil bestätigt zu bekommen. Auf gewissermaßen heimischem Terrain, der Dachterrasse der Berlin-Repräsentanz der ENBW, feierte er in lauer Nacht beim Sommerfest des Energieversorgers bis in den frühen Morgen. Christdemokrat Altmaier, Grünen gegenüber von Haus aus aufgeschlossen, wird über den Kollegen aus dem Südwesten ähnlich denken. Zumal Untersteller nicht versäumte, dem ambitionierten Hobbykoch das Buch "Omm zwellef wärrd gäss" (für jene, die diesem Dialekt ferner stehen: Um Zwölf wird gegessen) in die Hand zu drücken. Der Grüne ist darin gleich mit zwei Ess- und Trinkgeschichten vertreten.

Fußball-Fan Homburger

Birgit Homburger kann schnell mit dem Wort sein. Manchmal auch zu schnell: "Ich hasse Bayern München", sagte die FDP-Landeschefin vor dem Endspiel der Champions League. Das kam nicht nur in Bayern schlecht an. "Der Spruch war ein flapsiger Satz, der viel zu scharf formuliert war", erkannte sie. Der Waiblinger CDU-Abgeordnete Matthias Pröfrock knöpfte sich in der Fußballdebatte gestern die Liberale nochmal vor: "Die hat doch nen Lattenschuss." Bibelfeste Abgeordnete

Die Resonanz sei ganz großartig, freut man sich beim Evangelischen Rundfunkdienst Baden. Nur wenige der 138 Landtagsabgeordneten wollten seiner Bitte nicht nachkommen, eine ihnen wichtige Bibelstelle inklusive Begründung zu nennen. Wie schon 2004 soll aus den in diesen Tagen im Landtag aufgenommenen Stellen eine "Abgeordneten-Bibel" entstehen, nachzulesen in Buchform und anzuklicken im Internet. Auch Rosa Grünstein, seit zwölf Jahren SPD-Abgeordnete aus Schwetzingen, ist fündig geworden. Die Tochter eines von den Nazis verfolgten polnischen Juden, die in den 1950er Jahren eine evangelische Privatschule besucht hatte und sich später taufen ließ, entschied sich für Salomo: "Tue deinen Mund auf für die Stummen und für die Sache aller, die verlassen sind." Grünstein fühlt sich gerade als Abgeordnete an diesen Auftrag, den sie auch bei anderen "als festen Bestandteil im Denken" verankert sehen will, gebunden: "Wir können da reden, wo andere vielleicht kein Gehör finden."

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