Stuttgarter Szene vom 22. April 2016

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Ist seinen Stuhl (vorübergehend) los: Umweltminister Franz Untersteller.  Foto: 

Verhandlungs-Menü

Lebenslusttechnisch ist der Badener dem Schwaben ja leicht, der Saarländer eher weiter voraus. Deshalb wundert's wenig, dass die Koalitionsverhandlungen der Gruppe Energie und Umwelt unter Führung von Andreas Jung (CDU, gebürtiger Freiburger) und Umweltminister Franz Untersteller (Grüne, gebürtiger wie gelebter Saarländer) nicht in der sterilen L-Bank stattfanden, sondern in Unterstellers kommodem Konferenzraum im Oberstock. Dort blickt man nicht nur über die Landeshauptstadt zwischen Wald und Reben, sondern verfügt gleich an der nächsten Bürozimmertür über das gesammelte Expertenwissen. Prompt ward die Arbeit pünktlich erledigt. Tagsüber servierte der Caterer die üblichen Konferenzbrötchen, aber des Abends auch ein harmonisches Dreigängemenü mit Wein aus dem landesgeschichtsträchtigen Neuffen; getreu dem Saar-Motto: "Hauptsach' gudd gess', gschafft hon mer schnell."

Ohne Ministerstuhl

Noch ist unklar, welche Seite am Ende der Koalitionsverhandlungen welches Ressort erhält. Kein grüner Amtsinhaber kann sich daher hundertprozentig sicher sein, dass sein Stuhl nicht noch wackeln könnte in den nächsten Tagen. Der Stuhl von Umweltminister Untersteller indes wankt nicht - er ist bereits weg. "Ich bin meinen Ministerstuhl los - und das mitten in den Verhandlungen", erzählt der Grünen-Politiker, und dass das schwer auszuhalten sei. Das Gerät hat er zwar freiwillig dem Regierungspräsidium Stuttgart - wie auch sein grüner Ministerkollege Alexander Bonde, der Verkehrsstaatssekretär im Bund, Norbert Barthle (CDU) und elf Landräte - für eine Aktion auf der Landesgartenschau in Öhringen ausgeliehen, aber der Ersatzstuhl, der nun in seinem Büro steht, "geht richtig ins Kreuz". Nun hofft Untersteller mit Blick auf die Personalentscheidungen von Ministerpräsident Winfried Kretschmann, dass er den Ministerstuhl tatsächlich nur für drei Wochen los ist - "aber das entscheidet der Chef".

Abschied mit Gala-Dinner

Ins weiche Pfühl des Fünf-Sterne Hotels Dollenberg in Bad Peterstal legen sich die SPD-Abgeordneten am Wochenende. Mit einer Weinprobe heute im Elsass und einer Wanderung im Nationalpark morgen - bevor dann der mit zwei Michelin-Sternen dekorierte Hotelkoch Martin Herrmann ein Gala-Dinner auffährt - nimmt man in Teilen Abschied voneinander: 16 der bisher 35 Parlamentarier sind künftig nicht mehr im Landtag. Der Trip wird nicht etwa aus Steuermitteln, sondern aus monatlichen Abgaben bestritten.

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