Stuttgarter Szene vom 18. März 2016

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Abgeordnete Rita Haller-Haid (SPD) hatte eine ganz spezielle parlamentarische Anfrage .  Foto: 

Kein Karriere-Knick

Im vergangenen Sommer stach Nese Erikli den Konstanzer Landtagsabgeordneten Siegfried Lehmann bei der Kandidatennominierung aus. Dann holte sie mit 39, 64 Prozent am Sonntag das viertbeste Ergebnis aller 143 Gewählten. Zu ihrer ersten Sitzung mit den Grünen am Dienstag musste die Überfliegerin aber auf Krücken kommen. Nach einem Wahlkampftermin mit dem Bundesparteichef der Grünen, Cem Özdemir, hatte sie dessen beide Kinder "bespaßt" - knickte um und riss sich die Bänder.

Frauen-Power so und so

Auch im neuen Landtag sind Frauen in der Minderheit: Es sind nur 35 von 143 Abgeordneten. Immerhin: Verglichen mit der Wahl 2011 nahm ihr Anteil von 18,1 Prozent auf 24,5 Prozent zu. Dass der Fortschritt auf diesem Feld nicht nur in der Politik eine Schnecke ist, macht eine der letzten Parlamentsdrucksachen dieser Legislaturperiode deutlich. Die wiedergewählte Eppingerin Friedlinde Gurr-Hirsch (CDU) hatte sich erkundigt, wie viele Wissenschaftlerinnen in den letzten Jahren voran gekommen sind. Ihr Anteil an den Promotionen (von 44 auf 45 Prozent zwischen 2011 und 2014) hat sich ebenso wenig relevant verändert wie an den Habilitationen (von 23 auf 24 Prozent). Nicht viel besser sieht es bei Professuren aus: Der weibliche Anteil stieg von 17,3 auf 19,2 Prozent. Einen richtigen Ruck gab es aber, wie die Drucksache ausweist, bei den Erstberufungen an Pädagogische Hochschulen. 2012 ging "nur" jede zweite an eine Frau, 2014 dagegen lag der Frauenanteil bei 85,7 Prozent. Da wird sich doch im 16. Landtag einer unter den 108 Männern finden, der endlich kritisch die Genderfrage an den Pädagogischen Hochschulen aufarbeiten will, oder?

Internationales zum Ende

Die SPD-Damen Rita Haller-Haid (Tübingen) und Helen Heberer (Mannheim II), die beide nicht mehr dem neuen Landtag angehören, haben sich mit einem Grundsatzthema von ihrer parlamentarischen Arbeit verabschiedet. Seit letzter Woche liegt die Antwort auf neun Fragen vor, die sich mit "Baden-Württemberg und die Russische Föderation" befassen. Sechs Ministerien trugen zusammen, wie wirtschaftlich, wissenschaftlich, kulturell kooperiert wird und wie sich die seit der Ukrainekrise laufenden gegenseitigen Sanktionen auswirken. Wer sich durch die 13 Seiten der Drucksache 15/8022 liest, die mangels Sitzungen nicht mehr beraten und besprochen werden kann, kennt die Antwort: Vor allem ökonomisch kooperiert das Land ziemlich stark mit der Russischen Föderation.

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