Stuttgart bewirbt E-Taxen nicht mehr

Im Kampf gegen den Feinstaub ziehen die Stuttgarter Taxi-Zentrale und die Behörden nicht an einem Strang. Die Stadt hat nun Konsequenzen gezogen.

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Solche E-Taxen hat das Land gefördert.  Foto: 

Auf den Umstand, dass man bei der Taxi-Zentrale Stuttgart keine E-Taxen bestellen kann, hat die Stadt am Dienstag aufgrund eines Berichts der SÜDWEST PRESSE reagiert: Man habe den Hinweis aus dem Internet genommen und wolle nun das Gespräch mit der Taxi-Zentrale suchen, teilte eine Sprecherin der Stadt mit. Es könne nicht sein, dass die Leute bei Feinstaub-Alarm bei der Zentrale anriefen, dort aber niemand von etwas wisse.

Zuvor hatte die Stadt auf der Seite für den Feinstaub-Alarm dafür geworben, auch auf E-Taxen umzusteigen, die könne man ganz einfach über die Taxi-Zentrale bestellen - diese vertritt 95 Prozent aller örtlichen Taxi-Unternehmer. Mit deren Chef, Murat Arslan, habe man das mehrfach besprochen, was dieser gegenüber unserer Zeitung allerdings verneint hatte. So wurde Fahrgästen, die bei der Zentrale eine E-Taxe bestellen wollten, mitgeteilt, das gehe nicht, da diese nicht zentral erfasst seien. Keiner der in der Genossenschaft organisierten rund 535 Unternehmer hatte nach Angaben Arslans als Merkmal angegeben, ein E-Taxi zu fahren.

Rund 30 grüne Droschken sind in Stuttgart und Umgebung unterwegs. Sie wurden alle vom Land mit einer Gesamtsumme von 539.906 Euro gefördert. Dass der vom Feinstaub-Alarm animierte Umsteiger sie nicht telefonisch anfordern kann, wollte das Verkehrsministerium gestern nicht kommentieren. Die Kommunikation sei zwischen Stadt und Zentrale gelaufen, da wolle man sich nicht einmischen, sagte eine Sprecherin.

Den Umstand, dass die Unternehmer, die gefördert wurden, nicht gezielt über die Zentrale für die E-Taxen werben, nannte die Sprecherin jedoch "absolut problematisch". Schließlich gelten die 30 grünen Droschken als Leuchtturmprojekte unter den rund 780 örtlichen Taxen: Nach und nach wollen Stadt und Land die Flotte umrüsten. Den Konflikt wollen sie auch deshalb bewusst nicht eskalieren lassen.

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