Stuttgart 21: Kretschmann beunruhigt durch Bau im Anhydrit

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Winfried Kretschmann (Bündnis 90/Die Grünen). Foto: Marijan Murat/Archiv

Das Bauen der Stuttgart-21-Tunnel in quellfähigem Gestein ist auch für Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) ein Grund zu Beunruhigung. „Bauen im Anhydrit ist immer beunruhigend“, sagte er am Dienstag in Stuttgart. Dafür gebe es einen „Haufen Beispiele“. Am Vortag hatte das Aktionsbündnis gegen Stuttgart 21 erneut auf die Problematik der Formation aufmerksam gemacht, die bei Wassereintritt massiv aufquillt.

Kretschmann bedauerte, dass die Projektpartner Land und Stadt Stuttgart noch keinen Einblick in das KPMG-Gutachten erhalten haben, in dem auf große Risiken aufgrund des schwierigen Gesteins aufmerksam gemacht wird. Die Bahn als Bauherrin sei in der Pflicht, über diese Risiken aufzuklären und dafür sorgen, dass sie nicht eintreten. Er betonte erneut, dass das Land nichts über die zugesagten 930 Millionen Euro zu dem von der Bahn auf bis zu 6,5 Milliarden Euro kalkulierten Projekt beisteuern werde.

Der Aufsichtsrat der Bahn tritt an diesem Mittwoch in Berlin zusammen, um unter anderem die Kosten- und Zeitplanung anhand des KPMG-Gutachtens und des Prüfberichts des Bundesrechnungshofes zu erörtern.

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Kommentare

15.12.2016 01:14 Uhr

Kretschmann beunruhigt? Dem kommt wohl der Käs wieder hoch

Der Ministerpräsident ist beunruhigt und die Bahn hat alles im Griff - also alles wie gehabt! Die Anhydritproblematik wurde doch schon bei der sog. Schlichtung thematisiert und seitens der Projektbetreiber verharmlost bzw. ignoriert.

Es ist mittlerweile aber offenkundig, dass das Stuttgart 21 unfinanzier- und unrealisierbar ist. Trotzdem macht die Landesregierung Politik nach Vogel-Strauß-Manier. Soll das ein Mensch verstehen? Und es gibt tatsächlich noch Befürworter dieses Schwachsinns, die sich von der Propaganda der Bahn haben einlullen lassen.

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13.12.2016 22:47 Uhr

350. Montagsdemo: Auch "Tunnelbaupapst" Wittke bekam sein Fett weg

Die Bahn stütze sich einzig auf ihren Experten Walter Wittke und dessen langjährige Erfahrung, zu der aber auch misslungene Projekte gehörten, kritisierte Rudolf Röder von einer Anwohnerinitiative am Montag in Stuttgart.

„Der Herr Wittke ist nicht unfehlbar.“ So habe der Ingenieur Anfang der 80er-Jahre einen Tunnel in Stuttgart als Gutachter und technischer Prüfer begleitet, dessen Decke zusammengebrochen sei.

Bei den Stuttgart-21-Tunnel probiere der "Tunnelbaupapst" Verfahren aus, die zuvor noch nicht erprobt worden seien, sagte Röder. Das gelte etwa für die Kunstharzinjektionen in den sogenannten Anhydrit, der bei Wassereintritt sein Volumen massiv vergrößert.

Auch wenn beim bisherigen Vorantreiben der Tunnel laut Bahn noch keine Probleme aufgetreten seien, könnten Quellprozesse nach Jahren einsetzen und zu Gebäudeschäden führen. Leidtragende könnten dann Hunderte Stuttgarter sein. Schon jetzt würden Anwohner durch Sprengungen gestört.

https://www.youtube.com/watch?v=65HKhIqtJvg - ab min 27:50

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