Wütender „Egon“: Sturmtief richtet im Südwesten Schäden an

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Zerstörte Dächer, umgestürzte Bäume, zerbeulte Autos und Tausende von Menschen ohne Strom - das Sturmtief „Egon“ hat in der Nacht zum Freitag auch in Baden-Württemberg viele Schäden angerichtet und für erheblichen Ärger gesorgt. Zerfetzte Müllsäcke, abgebrochene Antennen, Satellitenschüsseln und Verkehrsschilder sowie umgewehte Fahrräder zeugten vom Wüten „Egons“. Am Wochenende könnte es noch einen kleinen „Nachschlag“ geben: Der Deutsche Wetterdienst warnte vor stürmischen Böen und Schneeverwehungen in Bergregionen.

In der Nacht zum Freitag waren Einsatzkräfte stundenlang damit beschäftigt, Straßen zu räumen und Gefahrstellen zu beseitigen. Sprecher der zwölf Polizeipräsidien berichteten von weit mehr als 500 unwetterbedingten Noteinsätzen. Betroffen waren neben vielen anderen Menschen auch 150 Bewohner einer Containersiedlung für Flüchtlinge in Waghäusel bei Karlsruhe. Der Sturm fegte das Dach von ihrer Unterkunft, so dass sie anderweitig untergebracht werden mussten, teilte die Polizei mit.

Allein im Stadtgebiet von Stuttgart gab es fast 50 witterungsbedingte Noteinsätze. So deckte der Sturm am Morgen Teile des Flachdachs eines Reihenhauses ab, das dadurch einzubrechen drohte. Im Norden Baden-Württembergs schnitt „Egon“ mehrere Tausend Haushalte von der Stromversorgung ab. Durch umstürzende Bäume und herabfallende Äste seien Leitungen gekappt worden, teilte der Energieversorger EnBW mit. Noch in der Nacht hätten Mitarbeiter Umschaltungen im Netz vorgenommen und die Leitungsschäden behoben.

Größere Verspätungen verursachte eine Oberleitungsstörung an der Rheintalbahn zwischen Basel und Freiburg. Laut einem Sprecher konnten auf der gesamten Strecke am Freitagmorgen zwischen 3.00 und 6.00 Uhr keine Züge fahren.

Die meisten Einsätze wurden aus dem Polizeipräsidium Karlsruhe gemeldet. Laut einem Sprecher mussten die Beamten von 0.00 Uhr an rund 130 Mal ausrücken. Im Bereich des Polizeipräsidiums Heilbronn zählten die Polizisten 126 Einsätze, in Mannheim etwa 100. Bei Rottweil flog ein Trampolin auf zwei Autos und verursachte rund 5000 Euro Schaden.

Das Polizeipräsidium Mannheim meldete mehrere beschädigte Ampeln, im Bereich Ludwigsburg flog ein Toilettenhäuschen durch die Gegend. In Stuttgart landeten ein Pavillon auf Autos und mehrere Weihnachtsbäume auf der Straße. Sachschaden von rund 20 000 Euro entstand an einem durch den Sturm abgedeckten Dach in Wendlingen am Neckar (Kreis Esslingen). Im Schwarzwald konnten in der Nacht mehrere Lastwagen wegen Glätte nicht mehr weiterfahren.

Bei den Unfällen blieb es meist bei Blechschäden. Auf der Bundesstraße 465 bei Bad Wurzach (Kreis Ravensburg) kam aber laut Polizei ein Auto wegen Glätte von der Straße ab und prallte gegen einen Betonpfeiler. Beide Insassen wurden schwer verletzt. In Mannheim wurde ein Mann von einem Lastwagen geweht, als er versuchte, die losgelöste Plane zu befestigen. Er wurde leicht verletzt.

Am Bodensee herrschte die höchste Sturmwarnstufe. Der Fährbetrieb zwischen Meersburg und Konstanz lief noch, die Katamarane dagegen waren nicht mehr unterwegs. In Aalen-Waldhausen wurde ein Festzelt so stark beschädigt, dass eine für Samstagabend geplante Faschingsveranstaltung abgesagt werden musste.

In der benachbarten Schweiz legte „Egon“ teilweise den Verkehr lahm. In der Region Basel fielen Züge aus, am Bodensee Fähren. Auf dem 2500 Meter hohen Säntis unweit von Zürich erreichte der Wind mit 154 Kilometern in der Stunde Orkanstärke. Nördlich von Luzern krachten auf der Autobahn zehn Fahrzeuge ineinander. Ein Mensch wurde laut Angaben der Polizei leicht verletzt.

Die Schweizer Bahn musste einige Strecken wegen der Unwetter schließen, darunter bei Montreux am Genfer See und bei Weissbad südlich des Bodensees. Auf dem See selbst wurde der Fährdienst von Romanshorn nach Friedrichshafen eingestellt.

Der Deutsche Wetterdienst warnte für das Wochenende vor starkem Schneefall und Schneeverwehungen oberhalb von 600 Metern. Im Schwarzwald werde mit 10 bis 25 Zentimeter, in Staulagen auch mit zu bis zu 35 Zentimeter Neuschnee gerechnet. Zudem seien in Bergregionen stürmische Böen zu erwarten. Es drohten erhebliche Unfallgefahren.

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