Studieren für die Pflege

Einmal Krankenschwester, immer Krankenschwester? Nein, neue Hochschulangebote sollen die Arbeit im Gesundheitswesen professioneller machen. Und die Pflegeberufe attraktiver für junge Leute.

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Der Beruf Hebamme kann künftig wie noch manch weiterer Pflegeberuf an der Hochschule erlernt werden.  Foto: 

Junge Menschen sollen in Baden-Württemberg verstärkt Gesundheitsfachberufe an Hochschulen erlernen können. "Die komplexeren medizinischen Fragen der alternden Gesellschaft erfordern eine teilweise akademische Ausbildung bei Pflege-, Physiotherapieberufen sowie im Hebammenwesen", sagte Wissenschaftsministerin Theresia Bauer (Grüne). Auch dem Trend zu multiprofessionellen Teams in der Gesundheitsversorgung müsse Rechnung getragen werden; diese Arbeit sei nur möglich, wenn Kenntnisse über die anderen Disziplinen bestehen.

Mit 635 Studienanfängerplätzen, davon 70 für Master-Abschlüsse, in 21 Studiengängen wird die Akademisierung der Gesundheitsberufe vorangetrieben. Im laufenden Semester wurde mit 145 Plätzen begonnen, etwa in den Bachelor-Studiengängen "Physiotherapie" in Heidelberg und "Angewandte Gesundheitswissenschaften für Pflege" in Karlsruhe. Angebote gibt es an Universitäten, den ehemaligen Fachhochschulen, Pädagogischen Hochschulen und der Dualen Hochschule. Der Schwerpunkt liegt auf der Pflege. Die Anträge der Hochschulen seien hart bewertet worden, um "Billigangebote" auszuschließen, sagte Bauer. Von 32 eingereichten Anträgen von Hochschulen wurden 11 abgelehnt. Bis 2020 stehen 40 Millionen Euro bereit.

Damit werde nicht nur eine Vorgabe des Koalitionsvertrags, sondern auch die Empfehlung des Wissenschaftsrates umgesetzt, 10 bis 20 Prozent eines Ausbildungsjahrganges in den jeweiligen Berufen akademisch auszubilden, erläuterte Bauer. "Wir reden also nicht darüber, dass alle Hebammen oder Pfleger ein Hochschulstudium haben sollen." Auch Menschen mit abgeschlossener Berufsausbildung sollen sich weiterqualifizieren können. Dabei sei besonders die Duale Hochschule gefragt, sagte Bauer. Sie hoffe, dass die Gesundheitsberufe durch die Aufwertung auch für Männer attraktiver werden.

Die zunehmende Akademisierung der Gesundheitsberufe wird nach Bauers Prognose auch dem Ärztemangel entgegenwirken, unter dem besonders der ländliche Raum leidet. Denn die Absolventen der neuen Studiengänge könnten in multiprofessionellen Teams auch bisher Ärzten zugeordnete Aufgaben übernehmen.

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