Studie: Betreuung im Südwesten so intensiv wie nirgendwo sonst

In Kindergärten im Land kümmert sich eine Betreuungskraft im Schnitt um 7,3 Kinder – der bundesweit beste Wert.  Trotzdem wird Kritik laut.

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Kitas und Kindergärten im Südwesten haben bundesweit die besten Betreuungsschlüssel. Eine Fachkraft muss 7,3 Kindergartenkinder oder 3 Kleinkinder betreuen. Das geht aus einer gestern veröffentlichten Studie der Bertelsmann-Stiftung hervor. Der bundesweite Schnitt liegt bei 9,3 Kindergarten- beziehungsweise 4,8 Kleinkindern je Fachkraft. Das wiederholt bundesweit beste Ergebnis wurde im Land begrüßt. Doch die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) meldete Zweifel an der Aussagekraft der Zahlen an.

„Wir freuen uns, dass wir relativ gesehen gut abschneiden“, sagte die GEW-Vorsitzende Doro Moritz zu der Studie. Sie hält den Personalschlüssel aber für begrenzt aussagekräftig. Ihre Gewerkschaft gehe davon aus, dass 4500 Fachkräfte bei der Kinderbetreuung im Land fehlen. Bundesweit fordert die Bertelsmann-Stiftung zusätzlich 107 000 Vollzeitstellen für Erzieher.

„Natürlich besteht weiterhin großer Bedarf an Fachkräften“, sagte auch eine Sprecherin des Kultusministeriums. Das Land habe in der Vergangenheit die Ausbildungskapazitäten erhöht. „Die neue Landesregierung will diesen Kurs weiterfahren.“ Der Staatssekretär im Kultusministerium, Volker Schebesta (CDU), bezeichnete Baden-Württemberg als „Musterland bei der Qualität in der frühkindlichen Bildung“.

Seit Jahren stellen die Städte und Gemeinden im Südwesten mehr Personal für die Kinderbetreuung ein, wie das Statistische Landesamt erfasst hat. 2015 stieg demnach die Zahl der Vollzeitstellen im Öffentlichen Dienst in den Kitas um etwa elf Prozent auf rund 29 000. 

Das Ranking

Das Länder-Ranking der Bertelsmann-Studie (Kinder pro Betreuungsperson).

Baden-Württemberg 7,3

Bremen 7,7

Niedersachsen 8,4

Schleswig-Holstein 8,6

Hamburg 8,7

Bayern, Berlin, Rheinland-Pfalz 8,8

Nordrhein-Westfalen 9,1

Saarland 9,6

Hessen 9,8

Thüringen 11,4

Brandenburg 11,6

Sachsen-Anhalt 11,9

Sachsen 13,5

Mecklenburg-Vorpommern 14,1

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