Strom und Licht für die Hütten

Die sieben Freilichtmuseen im Land widmen sich in diesem Jahr den 1920er Jahren. Gezeigt wird, wie der technische Fortschritt das Landleben veränderte - von der Schellackplatte bis zur Glühbirne.

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Um die 20er Jahre dreht sich am morgigen Sonntag alles in den Freilichtmuseen im Südwesten. Foto: AG der Freilichtmuseen

70 Gebäude stellt das Hohenloher Freilandmuseum Wackershofen. Damit ist das bei Schwäbisch Hall gelegene Gelände das größte Museum seiner Art im Südwesten. In ihm ist gebündelt, was alle Freilichtmuseen bieten. "Einblicke auf die früheren Lebensverhältnisse im ländlichen Raum geben. Und das auf authentische Weise", sagt Museumsleiter Michael Happe. Bauernhäuser, alte Dorfläden, Wirtshäuser und Mühlen gehören zum Bestand. Auf dem Areal, das rund 55 Fußballfeldern entspricht, tummeln sich vom Aussterben bedrohte Tierrassen wie Limpurger Rinder und Fuchsschafe, die vor allem Kinder faszinieren. Anschaulich wird die alte Zeit auch, wenn Handwerker ihr Können zeigen. In Wackershofen sind es unter anderem Weberinnen, Korbflechter, Seifensiederinnen. Dieses Museum im Grünen feiert heuer sein 30-jähriges Bestehen.

Wackershofen lässt die 1920er Jahre in einem Schlafzimmer lebendig werden. Damals war der Schreiner der wichtigste Mann für die Brautleute: Er lieferte das handgezimmerte, wuchtige Ehebett. Dass für diese Zeit die Elektrifizierung prägend war, macht das Schlafzimmer ebenfalls deutlich. Nun gab es Strom und Glühbirnen, mehr Helligkeit erstrahlte fortan in den Wohnungen. Das können Besucher in einem anderen Raum nachvollziehen, in dem per Schalter karges Kerzenlicht und kaum helleres Petroleumleuchtenlicht simuliert werden - bevor die Lampe aufleuchtet.

Das älteste Freilichtmuseum im Land ist der 1964 eröffnete Schwarzwälder Vogtsbauernhof Gutach. Dort werden morgen am Tag der Freilichtmuseen weitere Errungenschaften der 20er Jahre geehrt: das Grammophon und die Schellackplatte. Dazu kommt die Veranstaltung "Festival der Lieder", bei der auch Gassenhauer der swingenden 1920er Jahren erklingen.

Die Veränderungen in der Landwirtschaft beleuchtet das bei Esslingen gelegene Freilichtmuseum Beuren mit der Führung "Von Elektromotoren und Transmissionen". Das Thema greift auch Neuhausen ob Eck (bei Tuttlingen) auf mit einem "Techniktag - Antriebsformen und Kraftquellen". Den Vergleich einer Küche von 1920 zu 1950 zieht das Odenwälder Freilichtmuseum Walldorff-Gottersdorf. So werden etwa Einrichtung und Lebensmittelauswahl gegenüber gestellt. Das Leben der Bauern, Mägde oder Knechte rücken die beiden oberschwäbischen Einrichtungen Bauernhaus-Museum Wolfegg sowie Museumsdorf Kürnbach in den Mittelpunkt.

Info www.landmuseen.de

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