Streit über Discoverbote für Zuwanderer

Flüchtlinge haben es an der Discotür schwer, in Freiburg ist darüber nun ein Streit entbrannt. Dabei trifft Willkommenskultur auf harte Realität.

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Rund um das "Bermuda-Dreieck" in der Freiburger Innenstadt gehen junge Leute abends gerne aus.  Foto: 

Die südlichste deutsche Großstadt und grün-rote Hochburg, rühmt sich ihrer Weltoffenheit. Die Studenten halten die Unistadt jung und freiheitlich. Flüchtlinge wurden bislang willkommen geheißen. Doch nach den Übergriffen an Silvester in Köln und anderswo ändert sich auch dort das Bild. Hausverbote für Flüchtlinge in Clubs und Diskos haben eine Debatte ausgelöst.

Die in Freiburg erscheinende "Badische Zeitung" brachte den Stein ins Rollen. Sie wollte von Club- und Discobetreibern wissen, wie sie nach Köln mit Flüchtlingen umgehen. Ergebnis: Vielerorts lassen die Türsteher keine Flüchtlinge oder andere Ausländer mehr hinein. Begründet wurde dies auch mit sexuellen Belästigungen von Frauen, mit Diebstählen und Gewalt.

Freiburgs OB Dieter Salomon (Grüne) bestätigt solche Fälle in seiner Stadt. Er nannte junge männliche Ausländer als Täter und forderte ein hartes Durchgreifen der Polizei. Das Problem: Es fehlen Beweise. Angezeigt wurden die Fälle, die nun als Begründung für Hausverbote dienen, durchweg nicht. Polizei und Stadtverwaltung seien im Gespräch mit den Betreibern von Clubs und Diskotheken, Hinweise seien von ihnen nie gekommen.

Gudrun Heute-Bluhm nennt Freiburg beispielhaft für eine Entwicklung in vielen deutschen Städten. "Es ist die schwierige Aufgabe, eine Balance zu finden", sagt die CDU-Politikerin und Geschäftsführerin des Städtetages. Das Sicherheitsgefühl vieler Menschen habe sich nach Köln verändert. Eine gut gemeinte Willkommenskultur treffe in den Städten auf die harte Realität - und damit auf eine Bewährungsprobe. "Straftätern muss mit der klaren Sprache des Gesetzes begegnet werden", sonst gerieten pauschal alle Flüchtlinge in Verdacht.

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