Stadt Stuttgart verzichtet auf Foto-Verbot in Parks

Professionelles Fotografieren in städtischen Parks nur noch mit Genehmigung vom Rathaus? Proteste haben offensichtlich die Stadt Stuttgart bewogen, den restriktiven Satzungsentwurf zu entschärfen.

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Vor dem Fotografieren im Park erst wegen einer Genehmigung aufs Rathaus? Stuttgart wollte das vorschreiben. Die Pläne sind jetzt aber vom Tisch.  Foto: 

"Einfach unmöglich!" So reagierte der Verleger Titus Häussermann, als er von Plänen der Stadt Stuttgart hörte, berufsmäßiges Fotografieren und Filmen in Parks unter Genehmigungsvorbehalt zu stellen. Eine solche Regelung sah der Entwurf der neuen Grünflächensatzung vor, die der Gemeinderat kommende Woche verabschieden soll. In Absatz 11 des Paragraphen3 stand wörtlich: "Das Fotografieren sowie das Aufnehmen mit Film- und Videokameras ist nur für private Zwecke erlaubt. Ansonsten wird eine Genehmigung der Landeshauptstadt Stuttgart benötigt."

Häussermann ist Chef des Silberburg-Verlags in Tübingen-Bebenhausen. Der Verlag bringt laufend Bildbände über Städte und Landschaften Baden-Württembergs heraus. Stuttgart zählt zu den Schwerpunkten des Programms. Dass seine Fotografen künftig vor Aufnahmen in Grünanlagen erst beim Rathaus anklopfen müssten, war für Häussermann eine schreckliche Vorstellung. Erbost schickte er vor einer Woche an die Fraktionen des Stuttgarter Gemeinderats einen Brief. Er appellierte an sie, dafür zu sorgen, dass der Passus ersatzlos gestrichen wird.

Zwei prominente Fotografen reagierten ebenfalls kritisch. Der Stuttgarter Wanderbuchautor Dieter Buck, der schon über 100 Bände veröffentlicht hat, und Baden-Württembergs bekannter Luftbildner und Pressefotograf Manfred Grohe aus Kirchentellinsfurt empörten sich über das Vorhaben.

Der Protest hat offensichtlich Wirkung gezeigt. Gestern teilte der städtische Pressesprecher Sven Matis mit, der beanstandete Passus sei "aktuell" geändert worden. Im korrigierten Entwurf heißt es nun, das Fotografieren und Filmen "mit einer Ausrüstung, die über den üblichen Rahmen hinausgeht, bedarf der Genehmigung der Landeshauptstadt". Und der folgende Satz bestimmt: "Die Presse benötigt für das Fotografieren keine Genehmigung."

Matis erläuterte, mit der neuen Satzung wolle die Landeshauptstadt verhindern, dass Filmteams ohne Erlaubnis Kulissen und Beleuchtungseinrichtungen in den Grünanlagen aufbauten. Für normale Hochzeits- und Pressefotos in den Parks und Spielplätzen der Stadt gebe es nach wie vor keine Beschränkung.

Häussermann reagierte erleichtert. Die Änderung sei "prima", sagte er. Er hoffe jedoch, dass die Stadt die Satzung nicht restriktiv auslege, sondern zum Nutzen der Bürger wie der Medienleute.

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