Staatsanwaltschaft ermittelt gegen sieben Soldaten

|
Hinter dem Zaun soll es zu Exzessen gekommen sein.  Foto: 

Für sieben Soldaten der Staufer-Kaserne in Pfullendorf (Kreis Sigmaringen) ist ihre Karriere bei der Bundeswehr beendet. Sie sollen an demütigenden Aufnahmeritualen, Misshandlungen und sexueller Nötigung beteiligt gewesen sein. Sie werden fristlos entlassen. Die Staatsanwaltschaft Hechingen hat gegen sie Ermittlungen wegen Körperverletzung, Nötigung und Freiheitsberaubung eingeleitet. Doch offenbar fehlen der Behörde wichtige Informationen zu Fällen sexueller Nötigung, die sich in der Elite-Ausbildungskaserne ebenfalls ereignet haben sollen.  „Wir haben nur einen Teil des Verfahrens“, sagte gestern die Sprecherin der Staatsanwaltschaft, Nicole Luther. Nach Angaben eines Bundeswehrsprechers vom Montag ist noch unbekannt, ob weitere Vorfälle strafrechtlich relevant würden.

Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) forderte einen offeneren Umgang mit Missständen in der Truppe. Die Ereignisse seien „bestürzende Zeichen für einen Mangel an Führung, Haltung und Kultur“, sagte sie gestern vor rund 200 hochrangigen Vertretern unter anderem aus dem Militär in Berlin. Sie erörterten in einer Konferenz den Umgang mit sexuellen Minderheiten in der Bundeswehr.

Es gebe zwar klare gesetzliche Grundlagen und Prinzipien der inneren Führung, aber Vorkommnisse wie in Pfullendorf zeigten, dass diese nicht immer gelebt würden, sagte von der Leyen. „Es beginnt bei schäbigen Witzen, geht über herabwürdigende Bemerkungen bis hin zu widerwärtigem Verhalten.“

Presse nicht zugelassen

Heute besucht der Generalinspekteur der Bundeswehr, Volker Wieker, die Staufer-Kaserne, um sich über die Vorfälle zu informieren. Die Medien sind nicht eingeladen. Ein Sprecher erklärt den Ausschluss der Öffentlichkeit damit, dass Wieker zunächst das Parlament über seine Eindrücke und Erkenntnisse informieren wolle.

Bislang hat die Bundeswehr der Staatsanwaltschaft eine Akte übergeben, in der unter anderem ein Video von einem Aufnahmeritual zu sehen ist. Dabei werden Soldaten gefesselt, bekommen einen Beutel über den Kopf und werden bekleidet unter der Dusche nass gespritzt. dpa/wal

Abonnieren Sie das kostenlose Morning-Briefing aus der Chefredaktion
Damit starten Sie top informiert in den Tag. Außerdem im Newsletter: Die Wettervorhersage und die aktuelle Verkehrslage in der Region.
» zur Registrierung

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Täter von Eislingen entschuldigt sich in Abschiedsbrief

Drei Tote in Eislinger Tiefgarage: Der mutmaßliche Täter hat seiner Noch-Ehefrau und deren Freund mit einem Küchenmesser die Kehle durchgeschnitten und sich offenbar durch einen Kopfschuss selbst getötet. Er entschuldigt sich für die Tat in einem Abschiedsbrief. weiter lesen