Spuren des Pflanzengifts Glyphosat im Flusswasser entdeckt

Ist das Pflanzengift Glyphosat krebserregend? Darüber streiten derzeitdie EU-Poliiker und Experten. Im Donauwasser ist der umstrittene Stoff schon nachweisbar.

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Das Grundwasser im Einzugsgebiet der Landeswasserversorgung (LW) sei glyphosatfrei. Diese Feststellung ist LW-Pressesprecher Bernhard Röhrle wichtig. Und im Trinkwasser, das der Zweckverband für etwa drei Millionen Menschen in Baden-Württemberg aufbereitet, seien erst recht keine Spuren des Pflanzengifts enthalten. Aber im Donauwasser, das der Verband bei Leipheim (Kreis Günzburg) aus dem Fluss pumpt und fast 40 Prozent der gelieferten Trinkwassermenge ausmacht.

Die EU-weite Zulassung des Pflanzengifts läuft Ende Juni aus, die Verlängerung steht auf der Kippe. Im März 2015 hatte die Internationale Agentur für Krebsforschung der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Glyphosat als „wahrscheinlich“ krebserregend eingestuft. Ein anderes Expertengremium kam für WHO und UN-Ernährungsorganisation aber zum Ergebnis, für Menschen sei ein Krebsrisiko durch Glyphosat „unwahrscheinlich“.

„Wenn die Wissenschaft feststellt, dass Glyphosat gesundheitlich bedenklich ist, haben wir schlagartig ein Problem“, sagt Bernhard Röhrle. Ein Problem, das nur mit großem Aufwand bewältigt werden könne. Als Beispiel nennt er ein anderes Pflanzengift, Atrazin. Obwohl Ende der 80er Jahre verboten, seien im Grundwasser immer noch Spuren. Im Trinkwasser der LW sei Atrazin ebenso wie Glyphosat nicht nachweisbar – dank teurer Aktivkohlefilter.

Genauso verhalte es sich mit Glyphosat. „Wir haben einen Stoff in der Umwelt, der dort nicht hingehört“, sagt Röhrle. So lange nicht erwiesen sei, dass es sich um einen ungefährlichen Stoff handelt, sollte die Gesellschaft „extrem vorsichtig sein“. Darauf anhand des Warnsignals aus der Donau aufmerksam zu machen, entspreche dem Selbstverständnis des Zweckverbands, dem mehr als 100 Kommunen und Zweckverbände angehören. Um einwandfreies Trinkwasser zu liefern, setze die LW auf vorausschauenden Gewässerschutz: „Wir schauen ganz genau hin,  wir informieren die Öffentlichkeit.“

Seit 2012 untersuche die LW in ihrem Langenauer Labor das gewonnene Donauwasser auf Glyphosat und dessen Abbauprodukt Aminomethylphosphonsäure, erläutert Röhrle. 130 Proben seien analysiert worden. Den Glyphosat-Höchstwert 2015  hat die LW am 10. Juni gemessen: 70 Nanogramm.

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Kommentare

27.05.2016 20:48 Uhr

Monsanto, der Pharmakonzern mit der dunklen Vergangenheit zwischen Lobbyismus und Vertuschung

Ja, Glyphosat hat eine Halbwertzeit von durchschnittlich 32 Tagen (laut Studien: zwischen 1,2 und 197 Tagen) und kann länger auf dem Acker und im Wasser nachgewiesen werden als uns die Hersteller weismachen wollen.
Zudem haben zahlreiche Medien bereits aufgedeckt, dass die unterbezahlte WHO zu 50% aus Industriespenden, u.a. von Monsanto, Syngenta, BASF und Bayer finanziert wird, und die natürlich ihre Interessen vertreten sehen wollen. Denn es gibt bereits zahlreiche internationale Studien von unabhängigen Wissenschaftlern, die bewiesen haben, dass Glyphosat krebserregend, Hormon verändernd, zellschädigend ist. Und Glyphosat führt auch bei menschlichen und tierischen Föten zu vermehrten Missbildungen. Diese Studien kann jeder auf Deutsch auf Agrokoordination nachlesen:

http://www.agrarkoordination.de/projekte/roundup-co/glyphosat-infos/gesundheits-risiken/

Darüber haben WHO, Efsa, BfR vor allem geheime Studien des Glyphosatherstellers Monsanto ausgewertet, also vom dem US Pharmakonzern, der in den letzten Jahrzehnten wiederholt dafür bestraft wurde, dass seine Produkte, u.a. PCB, Agent Orange, Dioxin, Lasso … gefährlicher sind als ihre Studien ausgesagt haben, und dafür, dass sie gesundheitsschädigende Studienergebnisse, wie im Fall des Rinder Wachstumshormon Posilac, vertuscht haben.

Hoffen wir, dass Barbara Hendricks stark bleibt, und ihr die Gesundheit von 800 Mio EU Bürgern wichtiger ist, als die Profite der Pharmakonzerne, denn nur Landwirtschaft im Einklang mit der Natur ist nachhaltig für Umwelt, Mensch und Tier.

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