SPD im Sinkflug: Umfrage sieht Genossen nur noch bei 13 Prozent

Vergangene Woche 15 Prozent, nun 13 Prozent: Die Südwest-SPD befindet sich laut Umfragen im Sinkflug. Nun werden Wege aus der Krise gesucht, doch die ausgegebene Marschroute ist umstritten.

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  • SPD-Landeschef Nils Schmid auf Baustellenbesichtigung im Landtag. Im Mai 2016 ziehen die Abgeordneten ein. Wie viele von der SPD werden dabei sein? 1/2
    SPD-Landeschef Nils Schmid auf Baustellenbesichtigung im Landtag. Im Mai 2016 ziehen die Abgeordneten ein. Wie viele von der SPD werden dabei sein? Foto: 
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Der Mittwoch sollte ein Tag werden, an dem SPD-Spitzenkandidat Nils Schmid Boden gut machen wollte. Am Vortag hatten die Führungsgremien der Genossen debattiert, welche Folgerungen aus der 15-Prozent-Umfrage von vergangener Woche zu ziehen sind.

Nun, am Folgetag, wollte Schmid mit einer medialen Offensive in das Rampenlicht, das ihm aufgrund der Fokussierung auf das Duell zwischen Regierungschef Winfried Kretschmann (Grüne) und CDU-Herausforderer Guido Wolf oft verwehrt ist: morgens Interview im Deutschlandfunk, abends Auftritt bei ZDF-Talker Markus Lanz. Allein: Zwischen beiden Terminen wurden Unstimmigkeiten in der SPD über die richtige Strategie offensichtlich. Dazu kam die nächste Umfrage.

Die sieht die SPD, die bei der Wahl 2011 mit 23,1 Prozent ihr bisher schlechtestes Ergebnis eingefahren hatte, bei 13 Prozent - ein neues Allzeittief. Dagegen steigen die Grünen auf 29 Prozent (2011: 24,2). Die CDU, selbst Auftraggeber der Insa-Umfrage, muss sich mit 35 Prozent (2011: 39) bescheiden. Die AfD steigt auf 11,5, die FDP auf 6,5 Prozent (2011: 5,3).

Damit rückt für die SPD eine Fortsetzung der Koalition mit den Grünen in die Ferne, zudem müssen viele der 35 Abgeordneten um ihre Wiederwahl fürchten.

In den Gremien versuchte die Spitze um Schmid die Botschaft zu setzen, dass es nun nur um eines gehen könne: kämpfen! Schuld an der Misere sei die Flüchtlingskrise, die die Parteibasis spalte, und die Popularität von Kretschmann, der alle Lorbeeren für die gemeinsame Regierungsarbeit einheimse. Nun gelte es, noch enger zusammenzustehen.

Es gab aber auch Debatten, etwa über die Frage, ob Schmid nicht mehr als bisher die "Rampensau" geben müsse oder darüber, wer in der Fläche die SPD sichtbar mache. Man könne "nicht mit einem weitgehend unbekannten Team" in die Schlussphase des Wahlkampfs gehen, habe Schmid vor den Gremien ausgeführt, ärgerte sich Kultusminister Andreas Stoch anderntags.

Dabei habe die SPD "gute Arbeit in den Schlüsselressorts geleistet", damit würden auch die Minister in Verbindung gebracht. "Für mich ist Nach-Außen-Gehen ein essentieller Teil der Politik". Zugleich äußerte Stoch Bedenken gegen Schmids Verdikt, mit der AfD nicht in die Elefantenrunde oder auf Podien zu gehen: "Ich halte es für äußerst schwierig, wenn man der AfD eine Art Märtyrerrolle überlässt." Für die SPD seien "geistige Brandstifter keine Gesprächspartner, mit denen wir uns an einen Tisch setzen", entgegnete Landesvize Leni Breymaier mittels einer Pressemitteilung mit der Überschrift: "SPD bekräftigt Nein zu Podien mit der AfD".

Volksparteien verlieren

Zahlen Die Tendenz ist dieselbe, die Ausprägung noch deutlicher: Auch das Institut INSA, beauftragt von der Landes-CDU, sieht die beiden Volksparteien im Abwind. Grüne, FDP und AfD sehen die Forscher sogar noch stärker als in den letzten Umfragen. eb

SWP

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Kommentare

22.01.2016 01:31 Uhr

Wasele UNs der Oliver do sagen will !:

»Und wenn man dann von den Damen im gesetzten Alter noch hört, das er "für sein Alter ein hübscher Mann ist mit seinen blauen Augen" sei, dann merkt man das es hier kaum um die Bevölkerung betreffende Sachthemen geht, sondern nur um das Äussere einer Einzelperson.«

In der Uckermark geht es um das Äussere einer Einzelperson – welle da so verry sexi in selle Opera gange isch !!???

https://rabenzeit.wordpress.com/2008/04/15/merkels-dekollete/

Will UNs der Oliver für sellen Wahlkreis sagen !!!????

http://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/bundestagswahl-2013/wahlkreis-15-aufstand-im-merkel-land/8683136.html

-----

Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!
Immanuel Kant

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21.01.2016 23:15 Uhr

Hoffnung für BaWü - SPD im Sinkflug.

Na - dann gibt's ja doch noch Hoffnung für BaWü.

Die BaWü-SPD ist primär als sog. Steigbügelhalter der Grünen*Innen in der aktuellen Legislatur-Periode aufgefallen.
Herauszuheben an besonderen SPD-Leistungen sind:
- ein SPD-Integrationsministerium das - ja wen oder was? - ohne frei zugänglichen Tätigkeitsbericht irgendwie für ein Millionen-Budget "integriert" hat
- und eine sehr kreative Unterstützung zur Umsetzung eines Bildungsplanes, der nach Grünen*Innen-Wünschen vor allem die Qualifikation in Sachen Sexueller Vielfalt für (Schul-)Kinder als Primärziel hatte.

Da werden in der nächsten BaWü-Legislaturperiode mindestens die Damen und Herren von der SPD sehr viel persönliche Zeit für Integrations- und Kinder-Bildungsqualifikations-Arbeit in ihrem nahen Umfeld haben. Ihre Anwesenheit im Landtag ist ja dann nicht mehr erforderlich.

BaWü's Wählerinnen und Wähler sind auch bzgl. Grünen*Innen nicht zu unterschätzen.
Sie wissen, das in BaWü kein Grüner Kaiser zur Wahl steht, sondern die letztlich bundesweit bekannte Grüne politische Ausrichtung. Also die Politik mit mehr Mitbestimmung und Gehörtwerden - aber nur, wenn's ins Grüne Konzept passt.
Zu was eine Rot-Grüne, nahezu jahrzehnte andauernde, Bundesland-Alleinherrschaft fähig ist, das wird jedem im kunterbunten Nordrhein-Westfalen aufgezeigt. Will man das in BaWü etwa auch so haben?

Zusammenfassend werden mit sehr grosser Wahrscheinlichkeit alle "Das Boot ist nie voll", "Wir schaffen das" und auch Multi-Kulti-OHNE-Anspruch - Politiker ihr Landtagswahl-Wunder erleben.
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21.01.2016 22:50 Uhr

SPD im Sinkflug und die CDU gleich mit

Massive Umwälzungen im Wählerverhalten: Die Grünen nähern sich bei den Prozentzahlen der CDU an. Das wäre vor Kurzem noch völlig utopisch gewesen. Selbst bei der letzten Landtagswahl, die endlich den Regierungswechsel zu Grün-Rot brachte, hatte die CDU (39,0 %) noch einen riesigen Abstand zu den Stimmen der Grünen (24,2 %) und das mit einem Kandidaten namens Mappus.

Die Umfragen zeigen zudem, dass die AfD eventuell stärker abschneiden kann als die SPD, denn die Tendenz geht deutlich über zehn Prozent für die AfD. Verwunderlich ist all dies aufgrund der völlig verfehlten Flüchtlingspolitik von Madame Merkel wahrlich nicht!

http://www.wahlrecht.de/umfragen/landtage/baden-wuerttemberg.htm

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21.01.2016 09:48 Uhr

Politiker, höret die Signale

Der Rückgang der SPD sei lt. Nils Schmid u.a. auch der Flüchtlingskrise zu verdanken. So einfach die Gründe schnell mal von sich weg auf Anderes zu schieben ist nur billig.
Der eigentliche Grund ist: wer nicht auf den Bürger hört, der wird von ihm eben nicht mehr gewählt.

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21.01.2016 08:41 Uhr

Einige der 29% haben aber

noch nicht bemerkt, das die Partei nicht nur aus Kretschmann besteht. Und wenn man dann von den Damen im gesetzten Alter noch hört, das er "für sein Alter ein hübscher Mann ist mit seinen blauen Augen" sei, dann merkt man das es hier kaum um die Bevölkerung betreffende Sachthemen geht, sondern nur um das Äussere einer Einzelperson.

Ich denke bei dieser Wahl geht man am besten in Urlaub als zur Wahlurne. Egal was da raus kommt, des wird nix gscheits. ;)

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