SPD-Chef Schmid heizt der Landes-CDU ein

Hiebe für Guido Wolf (CDU) und große Erwartungen zur Landtagswahl 2016: Die SPD lästert über "Wackel-Wolf" und will besser als Grün dastehen.

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SPD-Vormann Nils Schmid: Rotkäppchen werden mit Wolf schon fertig.  Foto: 

Die Südwest-SPD trifft sich zum Aschermittwoch-Schlagabtausch traditionell in der Heimat von Landesfraktionschef Claus Schmiedel. Der einzige, der dort vor 400 Besuchern CDU-Spitzenkandidat Guido Wolf nicht ins Visier nahm, war Bundesjustizminister Heiko Maas. Er vertrat in diesem Jahr die Berliner Polit-Prominenz.

Dagegen holten Vize-Ministerpräsident und Finanzminister Nils Schmid sowie Fraktionschef Schmiedel umso derber gegen den CDU-Mann aus. Die Kandidatenkür der Christdemokraten sei, so Schmid, zur "Abrissbirne" für die Partei geworden. Wolf gehe es nicht, wie er selbst behaupte, um das Land, sondern nur um sich selbst. Schmid bezeichnete den Kretschmann-Herausforderer als einen "Wackel-Wolf" und nannte dessen Namen in einem Atemzug mit der Dresdener Pegida-Bewegung. "Wir brauchen keine Pegida, und wir brauchen keinen PeGuido", sagte Schmid in Anspielung auf Wolfs Distanzierung zu Merkel in der Islam-Frage.

Wie anderswo musste auch in Ludwigsburg der Nachname des CDU-Kandidaten für manches Sinnbild herhalten. SPD-Mann Schmid hielt es mit den Märchen und machte den Anhängern Mut für den anstehenden Landtagswahlkampf: "Vor diesem Wolf müssen wir uns nicht fürchten. Wir Rotkäppchen sind schon mit jedem Wolf fertig geworden."

Im Gegenzug gab es viel Lob für die eigene Wirtschafts- und Sozialpolitik: "Man kann der SPD die Wirtschaft in Baden-Württemberg anvertrauen. Wir haben bewiesen, dass wir Wirtschaft verstehen."

Daran wollte auch der aus dem strukturgebeutelten Saarland stammende Bundesjustizminister Maas keinen Zweifel aufkommen lassen. Baden-Württemberg sei wirtschaftlich vorn. Dies zeige, dass man keine CDU an der Regierung benötige, um ein Land gut regieren zu können. Für die SPD nahm er das Landtagswahlergebnis 2016 schon vorweg: "Weil's beim nächsten Mal kein Fukushima gibt, wird aus Grün-Rot dann Rot-Grün."

Die Bundespolitik feierte Maas als eine Aneinanderreihung von SPD-Erfolgen, darunter Mietpreisbremse, Frauenquote und Anti-Dopinggesetz. Der viel kritisierte Mindestlohn sei ein "großer Meilenstein" für die Republik und die Rente mit 63 die "Anerkennung einer Lebensleistung", auf der das Land aufgebaut worden sei.

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