Solarpanels für die grüne Wiese: Angst vor Flächenfraß

Im Südwesten sollen viele Solarparks entstehen. Bauern haben Bedenken.

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Die Landwirte kritisieren Grün-Schwarz. Der Grund: Die Landesregierung will verstärkt neue Solarparks in der Fläche auf Acker- und Grünflächen fördern. Dabei handelt es sich um „benachteiligte Gebiete“ auf Acker- und Grünflächen, also Gebiete, die nur unter schwierigen Bedingungen gewinnbringend landwirtschaftlich genutzt werden könnten. Im Südwesten gibt es davon rund 900.000 Hektar.

Bauern sind gegen Neuregelung

Der Landesbauernverband Baden-Württemberg ist gegen diese Solarflächen-Neuregelung, sagt  Gebhard Aierstock, Vorsitzender des Bauernverbands Reutlingen. Die Bauern befürchteten, dass sie fruchtbaren Boden verlieren, weil Energieunternehmen höhere Pacht zahlen können. Darunter würde auch der Naturschutz leiden. Das Umweltministerium widerspricht und weist etwa darauf hin, dass pro Jahr nur 200 Hektar zugebaut werden dürften. Von einem Flächenfraß könne keine Rede sein.

Johannes Enssle, Vorsitzender des Naturschutzbundes im Südwesten, würde es zwar auch gerne sehen, wenn zuerst alle Dächer Solaranlagen hätten, bevor offene Fläche beansprucht wird, aber der Ausbau sei ja moderat und dem Land auch bei der Förderung durch das Erneuerbare Energiegesetz des Bundes die Hände gebunden. Er hält in Bezug auf den Flächenverbrauch die vielen Biogas-Anlagen für ein größeres Problem. 

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Kommentare

23.08.2017 09:33 Uhr

Versiegelte Flächen zuerst („first“)

Eigenstrom aus Photovoltaik (PV) ist inzwischen konkurrenzlos günstig. Nicht nur für Privathaushalte und Mieter, sondern eben auch für Industrie und Gewerbe. Damit aber nicht jeder auf seinen bereits versiegelten Flächen „Wildwuchs“ betreibt, hat man die nötigen Rezepte gefunden. Schließlich sollen Energiekonzerne geschützt und Großinvestoren einen ordentlichen Teil vom Kuchen abbekommen. Das Rezept heißt: Bürokratie, Steuern und Umlagen, sowie messtechnischen Aufwand auf die Spitze treiben. Sprich, Eigenverbrauch möglichst unattraktiv machen. Wohlgemerkt auf eigen erzeugten PV-Strom selbst bezahlter Anlagen auf eigenem Grund. Diesen Kampf durch den Antrags-Dschungel tun sich nur noch die wenigsten an. So kam, wie gewünscht, der Ausbau nahezu zum Erliegen. So geht Energiewende und Klimaschutz unter Merkel.

Selbst unser Landesumweltminister (grün) sieht sich inzwischen genötigt, zusätzlich grüne Flächen frei zu geben, damit sich hier im Ländle überhaupt noch etwas tut. So können jetzt die „Großen“ auf der grünen Wiese klotzen. Entschuldigung, aber das finde ich zum …

Rüdiger Höwler
Rechberghausen

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