Soko klärt Mord an Rentnerin

Der Tod an einer 70-jährigen Frau in in Bad Friedrichshall ist offenbar geklärt. Das Motiv ist unklar – die Identität des Verhafteten ebenso.

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Die Sonderkommission „Schrift“ des Heilbronner Polizeipräsidiums kann einen Erfolg melden: Bei der Aufklärung eines Tötungsdelikts, bei dem eine 70 Jahre alte Frau aus Bad Friedrichshall mit massiver Gewaltanwendung umgebracht worden ist, stießen die 39 Beamten auf einen Tatverdächtigen. Der Mann sei am Sonntagnachmittag festgenommen worden, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft gestern mit. Es handle sich um einen Pakistani, der in einer Asylunterkunft in Öhringen wohnte. Ein Richter habe wegen dringenden Tatverdachts Haftbefehl erlassen.

Die Spezialisten der Sonderkommission, unterstützt vom Landeskriminalamt in Stuttgart, sicherten am Tatort im Stadtteil Untergriesheim die entscheidenden DNA-Spuren. Dieser „genetische Fingerabdruck“ führte zu dem jungen Mann. Seine Daten sind gespeichert worden, nachdem er bereits wegen Diebstahls und Bedrohung mit der Polizei zu tun bekommen hatte. Um wen es sich bei dem Tatverdächtigen wirklich handelt, konnte nicht auf Anhieb mit völliger Sicherheit festgestellt werden. Er sei „unter verschiedenen Identitäten aufgetreten“, hieß es in der Pressemitteilung. Wie lange er sich in Deutschland aufhält und welchen Status er hat, blieb unbeantwortet.

Offenbar hat es keine Beziehung zwischen Opfer und Tatverdächtigem gegeben. Über die Todesursache, die per Obduktion festgestellt wurde, war gestern nichts zu erfahren. „Das Motiv ist völlig unklar“, sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft. Der Verhaftete bestreite die Vorwürfe, bei ihm sei jedoch ein Gegenstand aus der Wohnung der Frau gefunden worden. In die Ermittlungen hatte sich auch der Staatsschutz eingeschaltet, weil am Tatort ein englischer Schriftzug und arabische Buchstaben gefunden worden waren. Offenbar konnte anfangs ein politischer Hintergrund nicht ausgeschlossen werden.

Die Frau war am Donnerstag von ihrem Mann gefunden worden. Der frühere Ortsvorsteher des Dorfes mit 1500 Einwohnern alarmierte die Polizei gegen 7.30 Uhr. Zum Zeitpunkt des Verbrechens hielten sich neben dem Opfer der Ehemann und eine Tochter in dem Gebäude auf. An dem gepflegten Haus in einer ruhigen Wohngegend hat es nach Polizeiangaben keinerlei Spuren eines Einbruchs gegeben.

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