Skispringer fliegen bei Sahara-Hitze in Hinterzarten

Im Winter fliegen die Skispringer bei Schnee und Kälte. Aber auch bei Temperaturen von über 36 Grad segeln sie durch die Luft. Zehn Teams kämpften beim Sommer-Grand-Prix in Hinterzarten um den Sieg.

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Der Deutsche Andreas Wank stürzte in Hinterzarten im Mixed-Wettbewerb. Das deutsche Team landete auf dem dritten Platz. Foto: dpa

Wenn der deutsche Skispringer Andreas Wank an den leichtbekleideten Zuschauern vorbeigeht, wird er öfters komisch angeschaut, denn auch bei heißen Temperaturen um die 36 Grad hat er seine Wintermütze auf. "Was im Winter vor Kälte schützt, schützt im Sommer erst Recht vor der Hitze", grinst er und läuft zum Skilift der Sprungschanze. An diesem Wochenende misst sich die weltweite Skispringer-Elite beim Sommer-Grandprix an der Adlerschanze in Hinterzarten im Schwarzwald.

Bei 36 Grad im Schatten sitzen Birgit und Werner Jennichen aus Tuttlingen mit schwarz-rot-goldenen Socken und Mützen auf Campingstühlen. Seit Jahren kommen sie zum Sommerskispringen. An solch eine Hitze können sie sich freilich nicht erinnern. "Zum Glück haben wir unsere Sonnenschirme dabei, sonst würden wir verbrennen", scherzt die Tuttlingerin und beklatscht auf Höhe des Auslaufes die Landungen der Skispringer im Mixed-Wettbewerb. Jeweils zwei Frauen und zwei Männer aus zehn Nationen kämpfen um den Sieg.

Abkühlung suchen auch die Teambetreuerinnen Diana und Tanja. Sie kümmern sich um die Verpflegung der Athleten, doch während des Wettkampfes haben sie Pause, und dann werden die Füße in das mitgebrachte Planschbecken unterhalb der Adlerschanze gestreckt.

Dabei genießen sie den Blick auf das Schwarzwaldpanorama und die fliegenden Skispringer. Der deutsche Teamarzt Mark Dorfmüller rät seinen Athleten, viel zu trinken. "Bis zu vier Liter braucht ein Skispringer bei 36 Grad", weiß der Mediziner. Schwitzen müssen die Sportler gewaltig, denn sie tragen genau die gleiche Wettkampfbekleidung wie im Winter. Nur mit dem Unterschied, dass sie nach der Landung sofort alles ausziehen können. So wird der eine oder andere Athlet in kurzer Hose oder im Muskelshirt im Skilift zur Schanze nach oben gesichtet.

Da die Landungen auf der gewässerten Matte bisweilen nicht reibungslos verlaufen, gehört die Behandlung von Verbrennungen zum alltäglichen Geschäft des Teamdoktors. Die Hinterzartener Feuerwehr hat zur Freude der Zuschauer eine Abkühlung parat. In einem riesigen mobilen Wasserbecken können sich Klein und Groß erfrischen. Familien liefern sich während des Wettkampfes unweit der Schanze eine Wasserschlacht.

Die deutsche Springerin Ulrike Grässler war nach der Siegerehrung mit ihrem dritten Platz zufrieden. "Im Sommer kann man es immer etwas lockerer sehen", bekannte die 26-jährige Wintersportlerin. Da sei es nicht ganz so schlimm, wenn ein Sprung daneben ginge. Ansonsten sei sie aber glücklich, bei so einem Wetter zu starten. "Privat bin ich schon der Sommertyp", verriet sie.

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