Sieger und Verlierer im Kampf um alte Kennzeichen

Die Landkreise können alte Auto-Kennzeichen neu beantragen. Das Thema beschäftigt die Kreistage - und bringt erste Enttäuschungen.

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Kennzeichen: Früher Backnang, heute Bördekreis. Foto: Rundschau Gaildorf

An uralten Fahrzeugen, meist landwirtschaftlicher Art, ist das alte Kennzeichen für Donaueschingen "DS" noch hin und wieder zu sehen. Zuwachs wird es nicht geben, obwohl die Landkreise alte, längst abgeschaffte Kfz-Kennzeichen neu beantragen können. Das Land sammelt derzeit die Wünsche der Kreise.

Viele Landkreise wollen die Chance nutzen und Autofahrern die Möglichkeit geben, mit den alten Kennzeichen ihre Heimatverbundenheit zum Ausdruck zu bringen wie etwa mit einem CR für Crailsheim. Im Ostalbkreis entsprachen die Kreisräte gestern dem Wunsch jener Schwäbisch Gmünder, die sich offenbar nichts Schöneres vorstellen können, als mit dem eingemotteten GD das ungeliebte AA zu ersetzen. Doch mancherorts stellt sich der Kreistag quer. Ein Beispiel ist der Schwarzwald-Baar-Kreis. Eine große Mehrheit der Kreisräte weigerte sich, den Herzenswunsch vieler Donaueschinger zu erfüllen und das alte Kennzeichen "DS" wieder einzuführen.

Auf keinen Fall gehe es darum, die Landkreis-Identität oder die Erfolge der Verwaltungsreform in Frage zu stellen, beteuerte der Donaueschinger Oberbürgermeister Thorsten Frei (CDU). Vielmehr könne es dem Stadtmarketing zugute kommen, wenn vermehrt Fahrzeuge das "DS" spazierenführen. Gegner sprachen von Rückschritt und zusätzlicher Bürokratie, beides werde nicht gebraucht. Sie setzten sich mit 30 Stimmen gegen die 18 Befürworter durch, zehn Kreisräte hatten keine Meinung, und alle fahren weiter mit dem "VS" herum.

Unter seltsamen Umständen entschied sich eine Mehrheit des Kreistags des Rems-Murr-Kreis für die Renaissance des Kürzels BK für den Bereich Backnang. Für die Sitzung des Gremiums war dieser Punkt erst nachträglich auf die Tagesordnung gesetzt, dann kurzfristig zurückgezogen worden, um doch noch darüber zu befinden. Ohne Aussprache kam eine 47:19-Mehrheit zustande.

Dabei ist die Buchstabenkombination gar nicht mehr verfügbar. Seit 2007 sind damit Autos aus dem Bördekreis (Sachsen-Anhalt) unterwegs. Mittlerweile sind die Halter von 90 000 Fahrzeugen an diesem BK erkennbar. Im Altkreis Backnang sind noch 211 dieser "auslaufenden" Nummern als Raritäten vor allem an Schleppern und landwirtschaftlichen Anhängern zu finden.

Dem Vorstoß der Schwaben vermögen die ostdeutschen BK-Verteiler keinen Sinn abzugewinnen. Würde ein und dasselbe Kennzeichen an zwei Landkreise vergeben, sei die eindeutige Zuordnung nicht mehr gewährleistet, sagte Uwe Baumgart vom Landratsamt in Haldensleben.

Über das Begehren hat das Bundesverkehrsministerium zu entscheiden. Ramsauers Experten wollen darüber in der nächsten Sitzung des Bund-Länder-Fachausschusses diskutieren. Erwartet werde freilich vor einem Antrag, dass die Länder die Auswirkungen prüfen, "die sich aus der früheren Zuteilung durch einen anderen Landkreis ergeben", erklärte ein Sprecher.

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