Sicherheitsgipfel gegen Gewalt in Fußballstadien

Gewalt in und um Fußballstadien gilt es zu verhindern - darüber ist sich der Landtag einig. Rezepte soll ein Sicherheitsgipfel in Stuttgart liefern.

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Als Fan des erfolgreich aufspielenden Bundesligisten Borussia Mönchengladbach hat Reinhold Gall in der Fußballsaison 2011/12 viel Freude gehabt. Als Innenminister dagegen sieht der SPD-Politiker die Entwicklung abseits des Spielgeschehens auf dem Rasen mit großer Sorge: "Die Gewalt in und um Stadien hat zugenommen", konstatierte er im Landtag. "Wir befinden uns da auf einem Abstiegsplatz. Das heißt: Wir müssen dringend handeln."

Kommende Woche hat die Innenministerkonferenz das Thema Fan-Krawalle auf der Tagesordnung. Danach will Gall Vereine, Fußballverbände, Kommunen und Polizei zu einem Spitzengespräch auf Landesebene laden. Dabei baut er auf breite Unterstützung: "Die Polizei allein wird die Problematik nicht lösen können." So seien allein bei einem Oberliga-Spiel am vergangenen Wochenende - gemeint war das von gut 3000 Zuschauern besuchte Spiel SSV Reutlingen gegen SSV Ulm 1846 - 500 Kräfte im Einsatz gewesen. "Das ist Wahnsinn!" Die Polizei könne sich nicht ausschließlich auf den Fußball konzentrieren. Die Rufe von Vereinen nach mehr Präsenz seien daher nicht hilfreich.

Gall forderte vielmehr härtere Zugangskontrollen zu den Stadien, klare Regeln für die Anzahl der Ordner und die Durchsetzung des Verbots von Pyrotechnik. "Wer seine Freude nicht am Spiel mit dem Ball, sondern vom Spiel mit dem Feuer abhängig macht, ist kein Fußballfan." Sanktionen gegen Fehlverhalten müssten deutschlandweit vereinheitlicht werden.

Bei Ausschreitungen sind nach Angaben des Innenministeriums in der Saison 2011/12 in Baden-Württemberg insgesamt 236 Menschen verletzt worden - 80 mehr als in der Vorsaison. Die Zahl der verletzten Polizeibeamten ist dabei von 26 auf 61 gestiegen. Auch die Straftaten haben zugenommen, von 400 auf 500, während die Zahl gewaltbereiter Hooligans im Land konstant mit 1400 angegeben wird.

In ihrer Botschaft waren sich die Redner im Landtag, egal ob Gall und sein Parteifreund Nikolaos Sakellariou, Hans-Ulrich Sckerl von den Grünen, Matthias Pröfrock von der CDU oder Ulrich Goll von der FDP einig: Gewalt in und um die Stadien gilt es zu vermeiden. Ein Patentrezept aber hatte keiner parat.

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