Seniorin um gesamte Ersparnisse gebracht

Fünf Jahre Haft für den Angeklagten verhängte das Landgericht Mannheim. Der 28-Jähriger verspielte das Geld einer vertrauensseligen Rentnerin.

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Ein 28-Jähriger hat eine an Demenz erkrankte Frau um ihre gesamten Ersparnisse gebracht und das Geld größtenteils verspielt. Das Mannheimer Landgericht verurteilte ihn zu fünf Jahren Haft wegen gewerbsmäßigen Betrugs. Der Verteidiger plädierte auf Freispruch und will Rechtsmittel einlegen. Der Angeklagte habe sich das Vertrauen der alten Dame "erschlichen", ist das Gericht überzeugt. Deren Kritikfähigkeit sei durch die Demenz eingeschränkt gewesen. Das Landgericht verurteilte den Mann zu einer fünfjährigen Freiheitsstrafe.

Anfänglich hatte der junge Mann ihren Garten gepflegt und dafür etwas Geld bekommen. Das reichte bei weitem nicht aus für seine Spielleidenschaft und einen gebrauchten Porsche. Mit erfundenen Geschichten bat er die alte Dame um immer höhere Beträge. Die 75-Jährige habe ihm mehr als 200.000 Euro gegeben, sagte der Richter. Innerhalb eines Jahres war das Konto leer. Daraufhin habe der Angeklagte die Frau "überredet", einen Kredit über 50.000 Euro aufzunehmen. Dieses Geld ist "unwiederbringlich weg", sagte der Vorsitzende Richter. Warum sie auf den Betrüger hereinfiel, ist der Rentnerin bis heute rätselhaft. Sie hatte angenommen, das Geld zurückzubekommen, weil die Beträge quittiert wurden.

Er sei "fest davon überzeugt" gewesen, dass das Geld zurückzuzahlen, sagte der 28-Jährige. Der Verteidiger hingegen geht davon aus, dass dass das Geld ein Geschenk der Seniorin gewesen ist. Sein Mandant habe zu ihr "eine sehr gute Freundschaft entwickelt" und ihr Geselligkeit geboten. "Er wollte Geld, sie hat es ihm gegeben." Sein Mandant dürfe nicht weggesperrt werden, er brauche Hilfe wegen der Spiel- und Drogensucht. Ein Gutachter hatte eine Suchterkrankung verneint.

Am letzten Prozesstag sorgte der Angeklagte noch mit mehreren Anträgen für Wirbel. So forderte er das Gericht auf, eine Berichterstattung über seinen Fall zu "unterbinden". Er behauptete, die Medien hätten falsch berichtet und ihn vorverurteilt. Und er stellte einen Befangenheitsantrag gegen den Vorsitzenden Richter. Auch mit seinen anderen Anträgen hatte er keinen Erfolg. "Ich kann und will nicht auf die Presseberichterstattung Einfluss nehmen", sagte der Richter. In Kürze steht der 28-Jährige in Koblenz wegen anderer Straftaten vor Gericht.

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