Selbstbestimmt auch im Alter

Die Landesregierung will der wachsenden Zahl älterer Mitbürger im Südwesten länger ein selbstbestimmtes Leben ermöglichen. Sozialministerin Altpeter stellte dazu den "Kompass Seniorenpolitik" vor.

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Egal ob beim Einkaufen im Geschäft oder in puncto Mobilität: Die Landesregierung will ältere Menschen künftig gezielter unterstützen.  Foto: 

Auf den "Perspektivenwechsel" kam es Sozialministerin Katrin Altpeter (SPD) an bei der Vorstellung des am Montag vom Kabinett beschlossenen "Kompass Seniorenpolitik". Weil ältere Menschen heute im Schnitt länger gesund und fit seien, müsse man "die Gesellschaft des langen Lebens als eine Gesellschaft der neuen Möglichkeiten" begreifen: "Der erste Schritt hierzu ist, den Blick nicht auf Defizite und Abbau zu richten, sondern an Stärken und Ressourcen anzuknüpfen", sagte Altpeter.

Der Gewinn an Lebenszeit sei für den Einzelnen wie die Gesellschaft eine Chance. Im Südwesten sind rund 2,1 Millionen Menschen älter als 65 Jahre, ein Fünftel der Bevölkerung. 2030 wird es ein Viertel sein. Hinzu kommt: Mehr als jeder vierte Bürger im Land hat einen Migrationshintergrund, allerdings sind diese im Schnitt auch noch jünger.

Die Seniorenpolitik des Landes, so Altpeter, ziele auf ein selbstbestimmtes Leben, das gute Rahmenbedingungen etwa für Engagement im Ehrenamt biete. Gemeinsam mit Betroffenen, Verbänden und Kommunen habe man Handlungsfelder erarbeitet. Nachschlagen kann man die entsprechende Zielsetzung und ihren Stand der Umsetzung im "Kompass Seniorenpolitik".

Ausgangspunkt sei eine große Bandbreite Betroffener. Die meisten älteren Menschen wollten zuhause alt werden. Neue Wohnformen seien hinzugekommen, die einen Umzug ins Pflegeheim hinauszögern oder unnötig machten. Das Ministerium unterstütze solche Wohnkonzepte finanziell. Nötig sei auch ein altersfreundliches Umfeld mit lebendigen Quartieren, funktionierender Nahversorgung und passenden Mobilitätsangeboten. "Das stellt im ländlichen Raum oft eine große Herausforderung dar."

Im Kompass kündigt die Landesregierung an, Pionierregion für nachhaltige Mobilität der älteren Menschen werden zu wollen. In der Praxis meint das den Auf- und Ausbau bürgerschaftlicher Fahrdienste und Ruftaxis. Daneben werden "intermodale Mobilitätsketten" gefordert: Das Reisen von Tür zu Tür mit unterschiedlichen, aufeinander abgestimmten Verkehrsmitteln.

Info: Mehr unter www.sozialministerium-bw.de/de/service/publikationen

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